Neue Ausbildung zur Trauerbegleitung beginnt im Januar 2018

Trauernde begleiten: Da sein – Hinhören – Mitgehen

Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen muss das Leben für die Angehörigen weitergehen. Oft sind es Trauerbegleiter, die an diesem kritischen Punkt helfen, denn sie tun genau, was das Wort sagt: Sie begleiten einen Menschen in seiner Trauer. Nicht über die Trauer hinweg gehen, nicht darüber hinweg helfen, sondern gemeinsam hindurch gehen – darum geht es in der Trauerbegleitung. Die Qualität eines Trauerbegleiters ist, dass er sich eine Zeit lang in den Dienst eines trauernden Menschen stellt und persönlich ansprechbar ist, ohne den nötigen inneren Abstand zu verlieren.

Im Januar 2018 beginnt eine neue siebenteilige Ausbildung zur Trauerbegleitung, die vom Bundesverband Trauerbegleitung e.V. als »Große Basisqualifizierung (grBQ)« anerkannt ist.

Kurzer Einblick in die Ausbildung

Der persönliche Kontakt zum trauernden Menschen ist in der Trauerbegleitung der Schlüssel für einen gelingenden Begleitungsprozess. Viel Raum erhält in der Ausbildung daher die zentrale Frage: Wie gestalte ich als Trauerbegleiterin, als Trauerbegleiter diese wichtige Beziehungsebene? Da steht das Gespräch natürlich an erster Stelle. Die Ausbildung vermittelt wichtige Kenntnisse der Gesprächsführung und bietet den Teilnehmenden in praktischen Gesprächsübungen die Möglichkeit, sich selbst auszuprobieren und zu reflektieren. Die Teilnehmenden lernen, wie sie auch nonverbale Kommunikation unterstützend einsetzen können, denn nicht immer müssen es Worte sein – manchmal sind es auch Gesten, Symbole, Zeichnungen und Bilder, Texte oder Lieder, die helfen.  

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reflektieren auch ihre eigenen Erfahrungen, denn nur wer bereit ist, sich auf sehr persönliche Weise selbst mit dem Themenkreis Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen, kann einem trauernden Menschen anschließend eine wirkliche Hilfe und Unterstützung sein. Ein Trauerbegleiter, der im Gespräch mit einem Trauernden von eigener unbearbeiteter Trauer überrascht und umgeworfen wird, ist keine Hilfe – ganz im Gegenteil. Die Ausbildung beginnt also mit einem Blick auf die eigene Biografie: Welche Trauererfahrungen hat jeder und jede bereits selbst gemacht? Wie ist sie oder er damit umgegangen? Welche Spuren hat die Erfahrung von Verlust und Trauer im eigenen Leben hinterlassen? 

Darüber hinaus vermittelt die Ausbildung fundiertes Wissen zu Trauertheorien und -modellen unter Berücksichtigung neuester Trauerforschung, schlüsselt die psychologischen Dimensionen von Traueranlässen auf, erläutert biblisch-theologische und gesellschaftlich-kulturelle Kontexte von Trauer und befasst sich mit Bestattungs- und Friedhofskultur. Zu speziellen Themen werden externe Fachreferentinnen und -referenten, z.B. aus Hospizdienst oder Bestattungsunternehmen, hinzugezogen.

Um ein Gespür dafür zu bekommen, welches Angebot für einen trauernden Menschen wann hilfreich ist, machen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Ausbildung eigene Erfahrungen u.a. mit den kreativen Methoden, die später zu ihrem Handwerkszeug als Trauerbegleiter gehören. Mit Pinsel und Farbe hat die letzte Ausbildungsgruppe unter Anleitung einer Kunsttherapeutin eigene Trauererfahrungen in kleine Kunstwerke übersetzt, die hier zu sehen sind.

Bundesverband Trauerbegleitung e.V.

2014 hat der Bundesverband Trauerbegleitung e.V. unsere Ausbildung zur Trauerbegleitung als »Große Basisqualifizierung (grBQ)« anerkannt. Die siebenteilige Ausbildung entspricht damit den Qualitätsstandards für Erwachsenentrauerbegleitung des Bundesverbands. Sie erstreckt sich über ein Jahr und schließt nach 254 Unterrichtsstunden mit einer schriftlichen Abschlussarbeit und einem Kolloquium ab.

Organisatorisches

Termine der Ausbildung
22.–26.01.2018, 12.–15.03.2018, 27.–29.04.2018, 28.–31.05.2018, 17.–20.09.2018, 12.–15.11.2018, 21.–23.01.2019

Kursleitung
Anja Egbers, Referentin für Hospizarbeit und Trauerpastoral im Bistum Osnabrück, Palliative-Care-Fachkraft
Mirjana Unterberg-Eienbröker, Referentin für Körperarbeit und Spiritualität, Trauerbegleiterin
Joachim Fischer
P. Franz Richardt ofm

Bildungsurlaub
Für diese Ausbildung kann Bildungsurlaub nach dem Niedersächsischen Bildungsurlaubsgesetz beantragt werden.

Kooperation
Haus Ohrbeck führt die Ausbildung zur Trauerbegleitung in Kooperation mit dem Bistum Osnabrück durch.

Gesamtkosten (enthalten Kursgebühr, Verpflegung und Unterbringung)

  • 2.660 € im Einzelzimmer mit Dusche/WC
  • 2.420 € im Einzelzimmer ohne Dusche/WC
  • 2.420 € im Doppelzimmer mit Dusche/WC (pro Person)

    Die Gesamtkosten sind zahlbar je Kursteil

    • Teil 1, 22.–26.01.2018
      449 € im Einzelzimmer mit Dusche/WC
      401 € im Einzelzimmer ohne Dusche/WC
      401 € im Doppelzimmer mit Dusche/WC (pro Person)

    • Teil 2, 12.–15.03.2018
      373 € im Einzelzimmer mit Dusche/WC
      337 € im Einzelzimmer ohne Dusche/WC
      337 € im Doppelzimmer mit Dusche/WC (pro Person)

    • Teil 3, 27.–29.04.2018
      254 € im Einzelzimmer mit Dusche/WC
      230 € im Einzelzimmer ohne Dusche/WC
      230 € im Doppelzimmer mit Dusche/WC (pro Person)

    • Teil 4, 28.–31.05.2018
      448 € im Einzelzimmer mit Dusche/WC
      412 € im Einzelzimmer ohne Dusche/WC
      412 € im Doppelzimmer mit Dusche/WC (pro Person)

    • Teil 5, 17.–20.09.2018
      405 € im Einzelzimmer mit Dusche/WC
      369 € im Einzelzimmer ohne Dusche/WC
      369 € im Doppelzimmer mit Dusche/WC (pro Person)

    • Teil 6, 12.–15.11.2018
      405 € im Einzelzimmer mit Dusche/WC
      369 € im Einzelzimmer ohne Dusche/WC
      369 € im Doppelzimmer mit Dusche/WC (pro Person)

    • Teil 7, 21.–23.01.2019
      326 € im Einzelzimmer mit Dusche/WC
      302 € im Einzelzimmer ohne Dusche/WC
      302 € im Doppelzimmer mit Dusche/WC (pro Person)