Erste Hilfe für die Seele

Neunteilige Weiterbildung zur Notfallseelsorge im Ehrenamt 2019–2021

Was tun Notfallseelsorger*innen?

Notfallseelsorger*innen begleiten Menschen in extremen seelischen Belastungs- situationen. Das kann u. a. nach einem Unfall, nach dem Tod von Angehörigen, bei krisenhaften psychischen Reaktionen, nach Verbrechen oder Katastrophen der Fall sein. Notfallseelsorger*innen begleiten auch Menschen, die beim Notfallgeschehen »am Rande« stehen, aber nicht weniger betroffen sind und für die Betreuung meist nicht vorgesehen ist: Unverletzte Mitfahrer, Zeugen, Passanten ...

Notfallseelsorger*innen gehen direkt zum Ort des Geschehens. In einem von vornherein zeitlich klar begrenzten Rahmen stellen sie sich in ihrer Funktion einem anderen Menschen so zur Verfügung, dass erster Halt in einer unübersichtlich und brüchig gewordenen Lebenssituation möglich wird.

Inhalte der Weiterbildung

Notfallseelsorger*innen wissen nie genau, was sie bei einem Einsatz erwartet. Die Situation, die Umstände, die Menschen – alles ist von Mal zu Mal anders. Ziel dieser Weiterbildung ist es daher, die Teilnehmer*innen für ihre Aufgabe methodisch, praxisbezogen und persönlich so auszustatten, dass sie vor Ort auf die Vielzahl möglicher Situationen angemessen reagieren können.

Sicherheit über ihr eigenes Tun und ihre Rolle bekommen die Teilnehmer*innen, indem sie das Tätigkeitsfeld »Notfallseelsorge« auf verschiedenen Ebenen bearbeiten: Warum möchte ich in der Notfallseelsorge arbeiten? Die Klärung der persönlichen Motivation ist ein wichtiger erster Punkt. Was erleben Menschen in Notfällen? Für wen ist wann welche Hilfe »richtig«? Die Teilnehmer*innen lernen Methoden der Hilfe und Begleitung kennen, die sie in Rollenspielen »praktisch« miteinander einüben. Fortlaufend reflektieren sie Möglichkeiten und auch Grenzen ihres Einsatzes und klären immer wieder ihre eigene Rolle im Notfallgeschehen. Mit konkretem Handwerkszeug und guter innerer Ausstattung haben sie nach Abschluss der Weiterbildung die Möglichkeit, in die Notfallseelsorge zu gehen.

Termine und Themen


29.–30.11.2019 Schnupperkurs
Was passiert da?

◼ Eingangsmotivation für die Mitarbeit in Notfallseelsorge und Kurs erheben (»1. Schicht«)
◼ Was will ich (hier)?
◼ Wo habe ich selbst Notfälle erlebt?
◼ Warum will ich helfen?
◼ Lebenslinien

17.–18.01.2020
Was erleben Menschen?

◼ Einführung in die Psychotraumatologie
◼ Ziele und Konzepte psychosozialer Unterstützung
◼ Wie verstehen wir hier Seelsorge als kirchliches Handeln?

28.–29.02.2020
Was brauchen Menschen in Notfällen?

◼ Notfallseelsorge als Handlungskonzept (Einsatzalgorithmus)
◼ Theodizee für Notfallseelsorger*innen
◼ Grundverständnis von Notfallseelsorge in der evangelischen und katholischen Kirche

27.–28.03.2020
Wo trifft die Not?

◼ Wo liegen meine persönlichen Motivationen und Gaben als Seelsorger*in?
◼ Wo liegen meine Ängste und Grenzen?
◼ Was ist meine Rolle und Aufgabe im Notfallgeschehen?
◼ »Praktisches Kennenlernen« des Notfallseelsorge-Feldes in Rollenspielen, z. B. Überbringen einer Todesnachricht

08.–09.05.2020
Was ist wann gut für wen?

◼ Stress und Verhalten unter Einsatzstress
◼ Umgang mit belastenden Erfahrungen
◼ Nachgespräch mit Betroffenen, Zeugen, Einsatzkräften
◼ Einsatzorganisation, Rollenverhalten als »Opfer«/»Begleiter«
◼ Mein Handeln als kirchliches Handeln
◼ »Praktisches Kennenlernen« des Notfallseelsorge-Feldes in Rollenspielen, z. B. ungeklärte Todesursache

19.–20.06.2020
Wie kann ich helfen?

◼ Schweigepflicht, Zeugnisverweigerungsrecht, versicherungsrechtliche Fragen
◼ Rituale in der Notfallseelsorge
◼ »Praktisches Kennenlernen« des Notfallseelsorge-Feldes in Rollenspielen, z. B. frustrane Reanimation im Rettungsdienst und technische Hilfe

28.–29.08.2020
Wie gehe ich um mit...

◼ Notfallseelsorge und Kinder
◼ Notfallseelsorge und Muslime
◼ Notfallseelsorge und Betroffene mit Demenz

25.–26.09.2020
Wie kann ich helfen?

◼ Motivationsklärung (»2. Schicht«)
◼ Abschlussgespräch
◼ Schlussgottesdienst
◼ Übergabe der Teilnahmebestätigungen

03.–04.09.2021
Wie? Wo? Was?

◼ Reflexion erlebter Einsätze unter supervisorischem Blickwinkel

Die Kurseinheiten beginnen jeweils freitags um 16:30 Uhr und enden samstags um 17:00 Uhr.

Leitung, Kosten, Anmeldung


Schnupperkurs 
Die Weiterbildung beginnt mit Teil 1 als Schnupperkurs, der separat zu buchen ist. Am Ende des Schnupperkurses entscheiden die Teilnehmer*innen, ob sie sich verbindlich für die gesamte Ausbildung anmelden möchten.

Kursleitung
Joachim Fischer Theologe, Systemischer Coach (DGfC), Supervisor (DGSv), Haus Ohrbeck
Michael Randelhoff Beauftragter Notfallseelsorger für die Stadt Osnabrück, Pastoralreferent im Bistum Osnabrück, Krankenhausseelsorger

Kosten (Kursgebühr, Verpflegung und Unterbringung)
je Kursteil 112 € EZ D/WC, 100 € EZ bzw. DZ D/WC p. P.
Gesamtkosten 1.008 € EZ D/WC, 900 € EZ bzw. DZ D/WC p. P.
◼ Die Kosten sind zahlbar je Kursteil. ◼ Zu jeder Kurseinheit erhalten Sie eine Rechnung. ◼ Bei Absage in den letzten 14 Tagen vor Kursbeginn berechnen wir eine Ausfallgebühr von 40 %, in den letzten 8 Tagen 75 %. ◼ Die Kursgebühr wird auch bei Nichterscheinen fällig.

Rückfragen
zur Weiterbildung Joachim Fischer ◼ j.fischer[@]haus-ohrbeck.de ◼ Telefon 05401/336-23
zur Notfallseelsorge Michael Randelhoff ◼ michael.randelhoff[@]bistum-osnabrueck.de ◼ Telefon 0541/405-5180

Kooperation
Die Weiterbildung wird in Kooperation mit der Notfallseelsorge im Bistum Osnabrück durchgeführt.

Anmeldung
Rufen Sie uns an: 05401/336-0
Schreiben Sie uns: info@haus-ohrbeck.de
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