Wirklich weltmeisterlich: Wochenende für Väter und Kinder

Für alle, die in diesem Sommer nicht zur WM nach Brasilien können, hatte Haus Ohrbeck Anfang Mai eine wirklich weltmeisterliche Alternative: Ein Wochenende für Väter und Kinder mit Spaß, Wettkampf, Auspowern – und natürlich Medaillen! In diesen drei Tagen am meisten gefragt: Sportsgeist, und zwar mit und ohne Sport!, sowohl gewinnen als auch verlieren können, und eine gehörige Portion Abenteuerlust.

Erst mal anwärmen...
Der erste Weg führte Väter und Kinder am Freitag zum gemeinsamen Lagerplatz. Natürlich hätte es dorthin auch einen gepflasterten Weg mit Stufen gegeben, aber wer braucht so was schon… Ein bisschen Herausforderung darf‘s für kleine und große Abenteurer schon sein, und so mussten Väter und Kinder mit vereinten Kräften erst mal eine ordentliche Mauer erklettern und überwinden. Wer es nicht aus eigener Kraft schaffen konnte – kein Problem! –, der wurde von den anderen gehoben oder gezogen, und egal wie: Rüber kamen am Ende alle. Rund ums Lagerfeuer konnten sich danach alle kennenlernen und sich am Feuer auch buchstäblich »anwärmen«, denn die abendlichen Temperaturen waren doch alles andere als brasilianisch... Dass man sich, wenn man ein bisschen jünger ist, durchaus auch noch anders warm halten kann, das haben die Kinder gezeigt: Im Klostergarten wurde bis zum Schlafengehen gebolzt, was das Zeug hält.

Goldgräber, Cowboys und Indianer und das große Geld
Kaum hatte die Ohrbeck-Bank am Samstagmorgen das neue Bierdeckelgeld in Umlauf gebracht, da gab es schon Begehrlichkeiten: Der andere hat was, was ich haben möchte – aber wie krieg ich’s, ohne unfair zu sein? Erst mal galt: Gleiche Regeln für alle, egal ob Goldgräber, Cowboy oder Indianer. Zusätzlich waren die Gruppen mit »Stärkekarten« ausgestattet, die sie nach eigener Entscheidung an ihre Mitglieder vergeben konnten: Je höher die Zahl der Karte, desto stärker ihr Träger. Erwischt also beispielsweise ein Indianer einen Cowboy, macht ein Blick auf ihre Stärkekarten die Sache schnell glasklar: Wer die niedrigere Zahl hatte, muss sein Bierdeckelgeld abgeben. Nicht um körperliche Stärke und Überlegenheit ging es hier, sondern um Köpfchen bei der Vergabe der Stärkekarten – wer bekommt eine hohe Zahl? Eine Überlegung: Natürlich derjenige, der besonders schnell rennen kann, denn das erbeutete Bierdeckelgeld musste zur Bank – und zwar wie? Genau: Auf schnellstem Weg! Ein unschlagbarer Vorteil kann da aber auch sein, wenn jemand klein und wendig ist, denn er schlüpft im waldigen Gelände des Bobergs geschickt zwischen Bäumen und Büschen durch und ist ebenfalls im Nu bei der Bank. Die Stärkekarten wollten also klug vergeben sein! Nachdem sich Goldgräber, Cowboys und Indianer auf Regeln geeinigt hatten und die Stärkekarten verteilt waren, begann zwischen den Bäumen, Büschen, Senken und Hügeln des Bobergs eine wilde Bierdeckeljagd: Mit Spurts und Sprints, Hakenschlagen und Hin- und Herrennen, Tricksen und Täuschen wurde versucht, so viel Bierdeckelgeld zu erbeuten wie möglich. Und hier kamen die Stärkekarten ins Spiel: Da konnte es vorkommen, dass eine achtjährige Zehn einer ausgewachsenen dreißigjährigen Sieben ihre ganze Barschaft abknöpft...  

So, und wer hatte es geschafft, die meisten Bierdeckel zur Bank zu bringen? Wer da – wenigstens für ein Mal! – gehofft hatte, einen anderen Ausgang der Geschichte zu erleben, der wurde enttäuscht: Das dickste Konto hatten am Ende, na klar, die Goldgräber...  

Die Boberg-Ball-Bahn – eine Murmelbahn in groß
Nach all der Action am Vormittag gab es am Samstagnachmittag eine Aufgabe für Tüftler und Konstrukteure, die zugleich tüchtig anpacken können und ein Händchen für die Natur haben: Die Boberg-Ball-Bahn, so was wie eine Murmelbahn in groß, musste erdacht und ins Leben gerufen werden. Wie diese Bahn aussehen sollte, war ganz der Phantasie und den Ideen der Väter und Kinder überlassen – einzige Bedingung: Am Ende musste der Ball rollen, und zwar die ganze Strecke von oben nach unten den Boberg hinab, und durfte seine Bahn möglichst nicht verlassen. Glänzende Augen bekamen insbesondere die Väter beim Anblick von Schaufeln, Sägen und anderem Werkzeug...
Mit Eifer ging’s ans Werk und schnell zeigte sich: Vorgehensweisen gibt es so viele wie Konstrukteure! Eine Gruppe konstruierte ihre Bahn vom Ende her den Berg hinauf zum Anfangspunkt – eine andere Gruppe genau in der Gegenrichtung. So entstanden drei ganz unterschiedliche Ball-Bahnen: Da wurden aus Stöckchen und Hölzern Rollhilfen gebaut, im Berg vorkommende Erhebungen geschickt als Rampen mit eingeplant, vom Regen ausgewaschene Rinnen raffiniert für Kurven und Biegungen genutzt und und und – über den Ideenreichtum der Väter und Kinder konnte man nur staunen!  

Am Ende dieses rundum weltmeisterlichen Wochenendes stand fest: Ohne Medaille geht keiner nach Hause! Und die hatten die Väter und Kinder am ersten Tag selbst entworfen: Bester Renner, Bester Torwart, Bester Sprücheklopfer – jeder konnte sich die Medaille aussuchen, die am besten zu ihm oder ihr passte.