Warum die Schulpastoral Tandems braucht

Tandem fahren, die Kräfte bündeln und doppelt schwungvoll das gemeinsame Ziel erreichen – das haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des »Qualifizierungskurses Schulpastoral« eineinhalb Jahre geübt, wenn auch auf einem etwas anderen Gebiet:

Die Idee dieser Fortbildung ist, dass eine Religionslehrkraft und eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter aus einer Kirchengemeinde sich zusammentun, gemeinsam »in die Pedale treten« und mit ihrer Energie, ihrem Schwung und ihrer jeweiligen beruflichen Kompetenz an einer Schule pastorale Projekte anbieten, die Schülerinnen und Schüler wirklich ansprechen – ganz alltäglich, ganz konkret und genau dort, wo ein großer und persönlich bedeutsamer Teil ihres Lebens stattfindet: in der Schule.

Eine Whatsapp von Gott – ja warum eigentlich nicht?

Zum Abschluss des Qualifizierungskurses haben die sechs »Tandems« einige der schulpastoralen Projekte vorgestellt, die sie im Laufe ihrer Fortbildung gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern umgesetzt haben – allesamt Projekte, die an der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen andocken, ihre Ideen aufgreifen und sich mit dem beschäftigen, was sie beschäftigt:
  

  • Eine tägliche »Whatsapp von Gott« mit kleinen Impulsen zum Nachdenken hat Schülerinnen und Schüler der Schule am Schloss in Sögel durch die Adventszeit begleitet.
  • Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule Gesundheit und Soziales in Papenburg haben der Papenburger Tafel mit ihrer Aktion »1 mehr« unter die Arme gegriffen. Die Idee: Wer beispielsweise eine Packung Nudeln für sich kauft, kauft sofort eine mehr – und die ist dann für die Tafel bestimmt. Mit dieser Aktion haben die Schüler der Tafel in Papenburg geholfen, über 3.000 Menschen zu unterstützen, die auf Lebensmittelspenden angewiesen sind.
  • Dass ein Besuch im Tierpark für Kinder mit Fluchterfahrung viel mehr als ein Ausflug ist, konnten Schülerinnen und Schüler einer Sprachlernklasse der Ludwig-Povel-Oberschule in Nordhorn erleben, als eine kleine Schar zutraulicher Sittiche ein Lächeln auf das Gesicht eines sehr zurückgezogenen Flüchtlingsmädchens gezaubert hat.    
  • Auf gänzlich unsicherem Boden, bei einer Floßfahrt auf der Hase, haben Schülerinnen und Schüler der Bödiker Oberschule Haselünne sich gegenseitig mal ganz anders kennen und vor allem schätzen gelernt – und dabei manches Vorurteil über den anderen buchstäblich über Bord geworfen.
  • »Wir möchten mehr Bewegung!« – dieser Wunsch ist Schülerinnen und Schülern der Johannesschule Meppen wortwörtlich erfüllt worden: Bei einer Kirchen-Chaos-Rallye kreuz und quer durch die Propsteikirche in Meppen haben sie ihre Kirche bis ins letzte Eck erforscht.
  • Und auch Schülerinnen und Schüler der AG »Wir engagieren uns« der Integrierten Gesamtschule Fürstenau haben sich in Bewegung gesetzt, sind einfach mal raus aus dem Klassenzimmer und haben sich auf den Weg in Kindergarten und Altenheim gemacht.


Zum Abschluss des Qualifizierungskurses am 26. August 2016 waren neben den Schulleiterinnen und -leitern und Vertretern der Kirchengemeinden auch der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe und Dr. Winfried Verburg, Leiter der Schulabteilung des BGV Osnabrück, gekommen. Während einer Eucharistiefeier überreichte Weihbischof Wübbe den Teilnehmenden ihr Zertifikat, das die erfolgreiche Teilnahme an der Qualifizierung bescheinigt. Der Kurs ist zu Ende – die Tandemfahrten gehen natürlich weiter!

Sie möchten auch lernen, wie man ein Tandem fährt?
Der sechsteilige Qualifizierungskurs Schulpastoral wird von Franziska Birke-Bugiel, Haus Ohrbeck, und Angelika Klasen-Kruse, BGV Osnabrück, konzipiert und durchgeführt. Eineinhalb Jahre bereitet die Fortbildung Religionslehrkräfte und pastorale Mitarbeitende intensiv auf ihre Aufgabe vor. Die Teilnehmenden lernen unter anderem, wie sie ein Projekt erfolgreich auf die Beine stellen, wie sie Gespräche konstruktiv und personenbezogen führen und was Schulseelsorge in Notfällen und Krisen leisten kann. Das Schulpastorale Projekt, entwickelt von der Abteilung Schulen und Hochschulen des Bischöflichen Generalvikariats Osnabrück, richtet sich besonders an öffentliche Schulen im Bistum Osnabrück.
Wer sich für eine Teilnahme interessiert, nimmt Kontakt mit Angelika Klasen-Kruse auf, die die schulpastoralen Fortbildungsangebote im Bistum Osnabrück koordiniert: Telefon 0541/318-355, a.klasen-kruse@remove-this.bistum-os.de