»Nicht stören: Abschlussprüfung 13–18 Uhr« – Franziska Schulte to Brinke und Louisa Kreienbrink sind Hauswirtschafterinnen

Erdbeer-Lavendel-Marmelade, Zucchini-Minz-Törtchen, Mozzarellaspieße – das klingt doch nach... Brunch? Von wegen! Das klingt nach Prüfung! Die Zubereitung dieser Leckerbissen war Bestandteil der praktischen Abschlussprüfung unserer beiden Auszubildenden zur Hauswirtschafterin, Louisa Kreienbrink und Franziska Schulte to Brinke.

In Anwesenheit von zwei Prüferinnen haben die beiden unter Beweis gestellt, dass sie Gerichte und Tischdekoration wie Servietten und Tischsets fachgerecht und in einem gesetzten Zeitrahmen herstellen können. Nach knapp vier Stunden stand fest: Beide haben ihre Prüfung bestanden und sind nun Hauswirtschafterinnen. Mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung haben Louisa und Franziska zugleich den Realschulabschluss erworben. Strahlende Gesichter also am späten Nachmittag des 18. Juli – und zwar nicht nur bei Louisa und Franziska, sondern auch bei ihren Eltern und ihren Ausbilderinnen, Chantal Hohenstein und Daniela Hinzke.

Gutes Handwerkszeug
Während ihrer dreijährigen Ausbildung zur Hauswirtschafterin haben Louisa und Franziska in Haus Ohrbeck das Handwerkszeug gelernt, das es ihnen zukünftig ermöglicht, als Hauswirtschafterin selbständig zu arbeiten. In monatlichem Rhythmus haben sie in Küche, Hausreinigung und Service mitgearbeitet und sind so in alle Aufgaben hineingewachsen. Da beide Auszubildende einen erhöhten Förderbedarf hatten, haben die Ausbilderinnen Daniela Hinzke und Chantal Hohenstein speziell auf sie zugeschnittene wöchentliche »Trainingseinheiten« konzipiert. Mit dieser Intensivförderung haben sie schulische Defizite gezielt aufgefangen und den beiden bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen geholfen. Zusammen mit Franziskas und Louisas Motivation, Fleiß und Begeisterung waren stetige Lernerfolge und sehr gute Noten in der Berufsschule das Ergebnis.

Wichtiger als Noten: Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten
Wichtiger als Noten ist für unsere Ausbilderinnen allerdings, dass Louisa und Franziska während ihrer Ausbildung immer mehr Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickelt haben und so auch in ihrer Persönlichkeit gewachsen sind. Diese Entwicklung ermöglicht das Ausbildungskonzept von Chantal Hohenstein und Daniela Hinzke, das vielleicht am besten mit diesen drei Stichworten zu beschreiben ist: Selbsteinschätzung entwickeln – Mitgestaltung ermöglichen – eigenverantwortliches Arbeiten fördern. Louisa und Franziska haben von ihren Ausbilderinnen kontinuierlich realistische Rückmeldungen zu ihrer Arbeit, zu ihren Stärken und Schwächen bekommen, so dass sie im Laufe der Zeit gelernt haben, sich immer besser selbst einzuschätzen. Eigene Ideen in ihre Arbeitsbereiche einzubringen, war ausdrücklich erwünscht und hat beiden die Erfahrung ermöglicht, dass sie ihren Arbeitsplatz mitgestalten können. Und vielleicht das Wichtigste: Die Ausbilderinnen haben Franziska und Louisa dazu ermutigt, immer mehr Aufgaben, die sie sich selbst zutrauen, eigenverantwortlich zu übernehmen – mit allen Fehlern, die dabei passieren.   

Und jetzt? Auf ins Berufsleben!
Direkt im Anschluss an ihre Ausbildung steigen beide Anfang August als Hauswirtschafterinnen ins Berufsleben ein: Franziska sorgt im Landhotel Buller in Hagen a.T.W. im Service und Housekeeping dafür, dass die Hotelgäste sich rundum wohlfühlen. Louisa wechselt ins Seniorenpflegeheim »Haus am Berg« in Hasbergen: Als Präsenzbetreuerin in einer Wohngemeinschaft unterstützt sie pflegebedürftige Menschen in ihrem Tagesablauf und ist unter anderem für die Zubereitung der Mahlzeiten verantwortlich. Ihre neuen Arbeitsstellen haben Louisa und Franziska während eines Praktikums im vergangenen Jahr bereits kennengelernt.
Und? Trauen sie sich ihre neuen Aufgaben zu? Ohne Zögern kommt von beiden ein entschlossenes »Ja!« – und wir trauen es ihnen auch zu.