Neue Ausstellung: Heimat und Fremde – Arbeiten aus der Kunstschule paletti

Heimat und Fremde – zu diesem anspruchsvollen Thema haben Kinder von sechs bis dreizehn Jahren in der Kunstschule paletti gearbeitet. Heimat – ja, was bedeutet das eigentlich genau? Wie fühlt sich Heimat an? Und was verbinden wir mit Fremde? Was brauchen wir, damit wir uns zu Hause fühlen können? Über all diese Fragen haben die Kinder unter Anleitung von zwei Kunstpädagoginnen nachgedacht, sich ausgetauscht und dann ihre Ideen, Gedanken, Gefühle mit Pinsel und Farbe in spannende Motive übersetzt.

Heimat und Fremde – Annäherung an ein anspruchsvolles Thema
Die Kinder im Malkurs, die neben Deutschland ein weiteres Bezugs- oder Herkunftsland haben, hatten wohl einen unmittelbareren Bezug zum Thema, aber auch die Kinder ohne vergleichbare Erfahrungen konnten auf dem Hintergrund ihrer Erlebnisse einen Zugang finden: Jeder, der schon mal im Urlaub war, und das muss nicht mal im Ausland sein, kennt den Unterschied zwischen So ist es zuhause, so ist es woanders – und wie fühlt sich das an? Um Ideen für die eigene künstlerische Umsetzung zu bekommen, haben sich die Kinder angesehen, wie Künstler Gefühle ausdrücken: Welche Farben wählen sie zum Beispiel für Freude, welche für Angst, Furcht, Einsamkeit? Wie wirken helle Farben, wie dunkle Farben? Und was passiert, wenn diese Farben aufeinander treffen?  

Was alles Heimat sein kann
Beim Thema Heimat und Fremde würde man wohl mit Orten, Städten, Landschaften rechnen. Um so überraschender und spannender sind die Motive, die die Kinder gefunden haben. Nicht selten denkt man: Stimmt, auch das kann ja Heimat bedeuten!:
Heimat – das kann das sein, worauf ich mich verlassen kann, was ganz zuverlässig wiederkommt: zum Beispiel die Blüten am Kirschbaum, jedes Jahr wieder im Frühling. Manchmal ist Heimat ein Mensch: Mama, die selbstbewusst und unerschütterlich lebensfroh da steht – selbst im größten (Farb-)Durcheinander. Wie sehr man sich mit sich selbst nicht mehr auskennt, zeigt eine andere Arbeit: Friedlich, ausgeglichen und geborgen in der Heimat – innerem und äußerem Aufruhr ausgesetzt in der Fremde. Eine abstrakte Arbeit zeigt einen geradezu glühend wirkenden gelben Kern, der einem herandrängenden Schwarz standhält und unversehrt bleibt: Vielleicht die Art von Heimat, die man – wenn man sehr viel Glück hat – wie eine wärmende Kraft in sich selbst trägt, egal wohin man geht. Menschenleere, unwirtliche Straßenschluchten bei Nacht, abweisend und über allem ein kalter, unbeteiligter Mond – Fremde, dazu muss man gar nicht mehr sagen. Und selbst wenn es hinter den hellen Fenstern Leben und Wärme gibt – was nützt es schon, denn ich bin draußen.

Ausführliche Informationen zur Kunstschule paletti und dem gesamten Kursangebot (für Kinder und Erwachsene!) finden Sie unter www.kunstschule-paletti.de. Wer direkt Kontakt zu paletti aufnehmen möchte, wendet sich an Marion Strothmann, Telefon 05401 / 849281, web@remove-this.kunstschule-paletti.de.

Haus Ohrbeck zeigt Heimat und Fremde bis zum 16. April 2017.