Neu im Referententeam: Dr. Christiane Wüste – »Ich darf experimentieren!«

Hm, was tun, wenn einem die praktische Bildungsarbeit mit und für Menschen genau so liegt wie das wissenschaftliche Arbeiten? Muss man sich da nicht entscheiden? Nein, muss man nicht – Christiane Wüste bringt beides unter einen Hut:

Sechs Jahre studiert sie Katholische Theologie, Philosophie und Geschichte, davon fünf Jahre an der Bonner Universität und ein Jahr im »Theologischen Studienjahr Jerusalem«. Nach ihrem Diplom verbringt sie als Assistentin in diesem Studienprogramm ein weiteres Jahr in Jerusalem. Zurück in Deutschland forscht und unterrichtet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin jeweils dreieinhalb Jahre an der Universität in Bonn und Münster und schreibt an ihrer Doktorarbeit. Parallel ist sie vom Rheinland über den Harz bis nach Borkum und Norderney mit Vorträgen, Studientagen und Seminaren als Referentin in der Erwachsenenbildung unterwegs. Im Oktober 2016 ist Christiane Wüste an der Universität Bonn promoviert worden und hat zeitgleich ihr Büro in Haus Ohrbeck bezogen – ihr Arbeitsschwerpunkt: Biblisch-liturgische Bildung.
Kurse mit Dr. Christiane Wüste

»Ich darf experimentieren!«

Zugegeben: »Experimentieren« ist vielleicht nicht der allererste Begriff, der einem im Zusammenhang mit Biblisch-liturgischer Bildung in den Sinn kommt, aber gerade das ist in den kommenden zwei Jahren das Experimentierfeld von Christiane Wüste: Haus Ohrbeck und das Bistum Osnabrück sind sehr daran interessiert zu erfahren, wie biblische und liturgische Bildungsangebote gestaltet sein müssten, um wieder mehr Menschen zu erreichen. Der Wunsch nach spiritueller Erfahrung und dem Halt in einer (Glaubens-)Gemeinschaft ist ja da – vielleicht sogar mehr denn je! Christiane Wüste bekommt daher den Freiraum, frische Formen der Vermittlung anzubieten und unterschiedliche Orte auszuprobieren. Ideal: Gleich vier liturgische Räume stehen dafür im Umkreis von höchstens 50 Metern zur Verfügung: Die Kreuz-Kapelle und der Raum der Stille in Haus Ohrbeck, die kleine Andachtskapelle Maria Waldrast und die unmittelbar an Haus Ohrbeck angrenzende Pfarrkirche St. Antonius. Wie könnten die so unterschiedlichen Charaktere und Qualitäten dieser Räume eingesetzt und genutzt werden? Oder sind es ganz andere Formen, die Menschen ansprechen: Studientage? Biblische Wanderungen? Eine weitere Frage, die sie vermutlich beschäftigen wird: Wie lässt sich der Kern des Glaubens vermitteln, ohne als Zugeständnis an eine zeitgemäßere Form eine inhaltliche Verflachung hinnehmen zu müssen?

Vom Rhein an die Hase
Im Oktober ist Christiane Wüste nach Osnabrück gezogen und lebt nun in Bonn und in Osnabrück. Ja und wie ist das mit dem Pendeln? Ihr Mann lebt und arbeitet doch schließlich in Bonn! Gar keine Aufregung – Christiane Wüste zuckt gelassen die Schultern: »Damit haben wir Erfahrung, das haben wir schon dreieinhalb Jahre ausprobiert, als ich die Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni in Münster hatte und zwischen Bonn und Münster gependelt bin.« Ja aber der Freundeskreis?! Auch hier große Gelassenheit: »Unsere Freunde wohnen über ganz Deutschland verteilt, da muss man sowieso beweglich sein und darum ist es relativ egal, wo man selbst gerade wohnt.«
Erste Erkundungen in die neue Umgebung finden schon statt: Zwei, die in Bonn den Rhein vor der Haustür gewohnt sind, haben sich natürlich sofort auf die Suche nach dem Osnabrücker »Stadtfluss« gemacht... und ihn auch gefunden... ja, und irgendwie findet Christiane Wüste freundliche Worte: »Wir haben uns gefreut: Die Hase hatten wir uns noch kleiner vorgestellt!«

Christiane Wüstes beruflicher Auftrag ist also klar: Neue Wege ausprobieren, neue Erfahrungen machen, auch mal Ungewohntes wagen. Dieses Vorhaben ist bei einer Frau, die mit großer Selbstverständlichkeit kreativ mit Veränderungen auch im eigenen Leben umgeht, wohl in richtig guten Händen!

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