Kurz vorgestellt: Sarah Ruthemeyer und Johannes Bölscher, Freiwilligendienstler

Unsere Freiwilligendienstler Sarah Ruthemeyer und Johannes Bölscher sind waschechte Holzhauser und haben dennoch beide auf ihrem Weg nach Haus Ohrbeck 10.000 Kilometer zurückgelegt – zugegeben: auf sehr verschiedene Weise, aber mal der Reihe nach:

Was Sarah Ruthemeyer unter »mal ins Ausland« versteht ...
»Nach dem Abitur«, das stand für Sarah fest, »geht’s ins Ausland!« Ihr Schulspanisch, fand sie, müsste mal gründlich aufpoliert werden. Aha, Spanien also, mag man da denken, das liegt ja fast um die Ecke – aber wer redet denn eigentlich von Spanien? Wer 10.500 Kilometer südlicher und 3.300 Meter höher als Holzhausen denkt, ist schon nah dran: Nach Cusco in Peru ging es für Sarah im Juli 2015, und von dort aus nochmals weiter in das abgelegene Andendorf Quiquijana. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen hat sie dort die Dorfgemeinschaft unterstützt, indem sie unter anderem Gemüse angebaut und den Kindern bei den Hausaufgaben geholfen hat. Nach einem halben Jahr hat Sarah ihren Einsatzort gewechselt und die folgenden sechs Monate in einer Grundschule in Cusco mitgearbeitet. Während dieser Zeit hat sie in einer peruanischen Gastfamilie gelebt und ist – einschließlich Salsa! – tief ins peruanische Alltagsleben eingetaucht. Und Sarahs Spanisch, übrigens, das blitzt und funkelt ...
Ihr Freiwilliges Soziales Jahr möchte Sarah nutzen, um sich über ihre berufliche Zukunft weiter klar zu werden. Die grobe Richtung kennt sie, nicht zuletzt durch ihr Jahr in Peru, schon gut: Sie möchte konkret und praktisch für und mit Menschen arbeiten, am liebsten im Bildungsbereich. Im Laufe ihres Jahres in Haus Ohrbeck wird Sarah immer wieder in unseren Seminaren hospitieren und so herausfinden können, ob ihr die pädagogische Arbeit liegt. Ihre Überlegungen gehen zur Zeit in Richtung Duales Studium, einer Kombination aus Studium und praktischer Berufsausbildung.

Hantel, Hundeknochen, Trompete: Johannes Bölscher weiß, worum's geht
Ein Reisender ist gewissermaßen auch Johannes Bölscher. Entfernungen von geschätzt 13.000 Kilometer sind auch ihm vertraut: So lang ist nämlich das deutsche Autobahnnetz – und es befindet sich vollständig in Johannes’ Kopf. Er überblickt allerdings nicht nur alle knapp 120 Autobahnen in ihrer gesamten Länge, sondern kennt zusätzlich die Namen buchstäblich aller (!) Autobahnausfahrten von Schleswig-Holstein bis Bayern und Rheinland-Pfalz bis Sachsen. Da darf man schon mal staunen. Schon seit einigen Jahren gilt Johannes’ Interesse der Planung, Konzeption und dem Bau von Autobahnen und komplexen Autobahnknotenpunkten. Bei Begriffen wie Hantel, Hundeknochen und Trompete hat er sofort spezielle Bauformen von Autobahnausfahrten vor Augen. Über seine beruflichen Wünsche muss man also nicht lange rätseln: Genau hier, im Bereich der Verkehrsplanung, möchte er seinen Beruf finden. Noch offen ist für ihn, ob er als Verkehrsplaner an der Entwicklung des Autobahnnetzes mitwirken möchte oder ob es eher die Bauplanung und beispielsweise die konkrete Konstruktion von Autobahnbrücken ist, die ihn interessiert. In Frage kommt vielleicht ein Studium des Bauingenieurwesens – oder vielleicht doch ein juristisches Studium mit anschließender Spezialisierung und dem langfristigen Ziel, auf politischer Ebene Einfluss auf die Verkehrsplanung zu nehmen?
Da für Johannes schon ziemlich klar ist, wohin seine Reise gehen soll, möchte er sein Jahr als BFDler in Haus Ohrbeck vor allem nutzen, um nach zwölf Jahren Schule Erfahrungen in einer ganz anderen Umgebung zu machen.