Kurz vorgestellt: Lina Alrutz und Sarah Pelke

Das hatten wir noch nie: Zwei FSJlerinnen, die schon am Beginn ihres Jahres in Haus Ohrbeck ganz konkrete Pläne für ihren beruflichen Weg haben, und nicht nur das – sie haben beide auch schon Nägel mit Köpfen gemacht: Sarah Pelkes Studienplatz ab Wintersemester 2021 ist bereits unter Dach und Fach – bei Lina Alrutz laufen gerade Vorstellungsgespräche für einen Ausbildungsplatz ab Herbst kommenden Jahres. Wie kommt es denn bloß zu so viel Zielstrebigkeit und Entschlossenheit?

Lina Alrutz
Ein Schulpraktikum soll ja eigentlich eine erste Orientierung und ein Schnuppern ins Berufsleben sein, doch für Lina Alrutz stellt ein zweiwöchiges Praktikum beim Landkreis Osnabrück in der 10. Klasse schon erste Weichen: »Nach den zwei Wochen habe ich gewusst: Ein Beruf liegt mir viel mehr als Schule – und die Arbeit in einer Verwaltung gefällt mir!« Lina wechselt allerdings nicht sofort in eine Ausbildung, sondern beendet im Gymnasium in Oesede die 12. Klasse mit dem schulischen Teil des Fachabiturs, um sich so auch die Möglichkeit eines späteren Studiums an der Fachhochschule offen zu halten. Denn wer weiß: Vielleicht interessiert sie im Anschluss an die Ausbildung ein Studium zur weiteren beruflichen Qualifizierung.

Was genau hat ihr denn gleich an ihrer ersten Erfahrung mit dem Berufsleben so viel besser gefallen als an der Schule? »Wenn man arbeitet, dann ist die freie Zeit, die man danach hat, wirklich freie Zeit. In der Schule und im Studium muss und kann man eigentlich jederzeit weiterlernen: abends, am Wochenende, in den Ferien. Im Beruf sind Arbeit und freie Zeit klarer voneinander unterschieden. Wenn ich nach der Arbeit nach Hause gehe, dann bin ich, anders als in der Schule, wirklich fertig und habe frei.«

Ihre Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellte hat Lina längst verschickt – jetzt, im September 2020, laufen gerade die Vorstellungsgespräche bei öffentlichen Verwaltungen und Kommunen.

Sarah Pelke
Sarah Pelke hätte es mit ihrer Schule ja so einfach haben können: In nur knapp zehn Minuten hätte sie von ihrem Wohnort Bad Laer im Gymnasium im benachbarten Bad Iburg sein können, aber als der Wechsel zum Gymnasium ansteht, entscheidet sie sich für eine Schule, für die sie je Weg 40 Minuten in Kauf nehmen muss: die Loburg in Ostbevern. »Von allen Schulen, die ich mir angesehen habe, gefiel mir die Loburg eben einfach am besten!« Wer die Loburg je gesehen hat, kann sich schon vorstellen, was sie meint: Teile der Schule, die zugleich auch Internat ist, sind in einem idyllisch und zurückgezogen gelegenen Wasserschloss mit kleiner Fontäne und weitläufigem Park untergebracht... Das ist es aber natürlich nicht (nur), was Sarah damals überzeugt: Den Ausschlag geben die familiäre und zugleich weltoffene Atmosphäre, die wohl auch die internationale Schülerschaft der Loburg mit sich bringt, und der Zusammenhalt innerhalb der Schule.

Fremdsprachen und Mathematik begeistern Sarah gleichermaßen, so dass sie hin und her überlegt: Journalismus? Marketing? Wirtschaftsbereich? Oder doch Journalismus? Oder vielleicht doch sowas wie Betriebswirtschaft? Auch bei Sarah ist es das Schulpraktikum, das hier zur Entscheidung führt: Zwei Wochen, in denen sie den Arbeitsbereich einer Industriekauffrau kennenlernt, gefallen ihr so gut, dass Journalismus keine ernstzunehmende Alternative mehr ist. Sie entscheidet sich für ein Duales Studium Betriebswirtschaft, weil sie hier die meisten ihrer Fähigkeiten und Interessen – Mathematik, Fremdsprachen, Marketing – bündeln und anwenden kann. Den praktischen Teil ihres Studiums wird sie bei einem Gewürzehersteller absolvieren, das Studium findet blockweise in Lingen statt.


In Haus Ohrbeck arbeiten Lina und Sarah vor allem an der Rezeption. Neben viel Kontakt mit Menschen gibt es hier noch etwas anderes »viel«: viel Verwaltungsarbeit nämlich! Anmeldungen zu Seminaren wollen eingebucht und bearbeitet werden. Teilnehmerlisten müssen erstellt und später für die Statistik genau ausgewertet werden. Kassenbelege möchten systematisch erfasst und Kassenbücher akribisch geführt werden. Und inmitten der alltäglichen Wünsche von Gästen und Kolleg*innen und der vielen per Mail und Telefon eingehenden Nachrichten will Übersicht und Ruhe bewahrt werden… Für Sarah ist das Freiwillige Soziale Jahr eine sinnvolle Zäsur zwischen Schule und Studium – und Lina möchte ihr Jahr bei uns nutzen, um ihre berufliche Entscheidung zu festigen und um weitere Erfahrungen im Verwaltungsbereich zu sammeln.