Ins (Berufs-)Leben übersetzt: »Coaching mit System und Spiritualität« in der Praxis

Mitarbeiterin einer Consulting-Firma, Grafik-Designerin, Geschäftsführer in der Lebensmittelbranche, Schulseelsorgerin, Führungskraft der Heilpädagogischen Hilfe – die beruflichen Hintergründe der Absolvent*innen der Weiterbildung »Coaching mit System und Spiritualität« lassen einen schon ein bisschen rätseln und man fragt sich gespannt: Was hat diese Menschen mit so unterschiedlichen Berufen in diese Weiterbildung geführt? Und vor allem: Wie und wo werden sie ihre neu erworbenen Fähigkeiten denn wohl anwenden und einsetzen? Drei Beispiele lösen das Rätsel – aber spannend bleibt es:

Coaching: Dreimal ganz praktisch ins (Berufs-)Leben übersetzt
Im Unternehmensalltag zeigen sich in der Zusammenarbeit immer wieder Probleme, die auf Schwierigkeiten bei Absprachen und Informationsaustausch zurückzuführen sind. Was tun? Unterstützung von außen in Form von Supervision oder Coaching holen? Wie wäre es stattdessen, wenn diese Kompetenz direkt aus dem Unternehmen für das Unternehmen käme? Die Mitarbeiterin einer Consulting-Firma hat gelernt, wie sie Coachingstrategien entwickelt, die maßgeschneidert zu ihrem Unternehmen passen und coacht jetzt genau entlang den Möglichkeiten und Gegebenheiten, die sie vor Ort hat. Ihr Ziel: Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich zusammen arbeiten, dazu zu bewegen, anders miteinander zu sprechen und in der Folge auch Probleme anders als bisher zu lösen (oder vielleicht sogar zu erleben, dass sie erst gar nicht entstehen!).

Wer im Bereich der Inklusion arbeitet, geht mit Menschen um, die sich damit auseinandersetzen müssen, dass ihr eigenes Leben und insbesondere das ihrer Kinder anders verläuft als gedacht. Die Vorstellung vom »üblichen« Weg erfüllt sich für sie nicht – aber wer sagt denn, dass nur der »übliche« Weg ein guter sein kann? Die Führungskraft im Bereich der Heilpädagogischen Hilfe, selbst Mutter eines Kindes mit Handicap, setzt ihre neu erworbenen Coachingkompetenzen jetzt in ihrer Begleitung von Familien ein, die ein Kind mit einem Handicap haben: Gemeinsam macht sie sich mit und für die Familien auf die Suche nach dem Weg, der genau für diese Familie und dieses Kind stimmig ist.

Wenn ein Geschäftsführer die Belange des gesamten Unternehmens im Auge haben und zugleich auch den einzelnen Mitarbeiter nicht aus dem Blick verlieren möchte, kann das im beruflichen Alltag schnell schwierig werden. Führen und leiten – das klingt so ähnlich, beschreibt aber sehr verschiedene Rollen. Ein Geschäftsführer eines Betriebes aus der Lebensmittelindustrie hat im Laufe der Weiterbildung unter anderem für sich geklärt, wie sich diese beiden Rollen, die er inne hat, zueinander verhalten: Was unterscheidet (Unternehmens-)Leitung von (Mitarbeiter-)Führung? An konkreten Situationen aus seinem Berufsalltag hat er seine Rollen und seine Funktionen immer wieder reflektiert: Wo und wie unterscheiden sie sich, wo verlaufen klare Trennlinien, gibt es Berührungspunkte? Diese Klärung trägt dazu bei, dass er in seinen beruflichen Rollen jetzt klarer, bewusster und sicherer handeln kann.

Ein Blick in die Weiterbildung: Fakten und Besonderheiten

Die achtteilige Weiterbildung, die den Standards der Deutschen Gesellschaft für Coaching e.V. (DGfC) entspricht (die Zertifizierung wird beantragt), umfasst 200 Unterrichtsstunden im Kurssystem, 48 Unterrichtsstunden in kollegialen Coachinggruppen außerhalb der Weiterbildung, 15 Einheiten selbst erteiltes Coaching, 10 Einheiten externes Einzellehrcoaching sowie ca. 100 Unterrichtsstunden Einzelarbeit für Praxisaufgaben, Lektüre sowie die Erstellung von schriftlicher Konzept-Abschlussarbeit und Abschlusspräsentation.

Soweit die Fakten. Eine Besonderheit dieser Weiterbildung besteht darin, dass die Ausbilder großen Wert darauf legen, die Teilnehmenden möglichst früh in Praxiserfahrungen zu bringen. Die Kursgruppe ist dabei der Rahmen und der geschützte Raum, in dem die Teilnehmenden ihre ersten Schritte in Richtung Coach ausprobieren können: In kleinen Coachingsequenzen üben und lernen sie, sich wechselseitig in realen Themen und Fragestellungen aus ihrem eigenen Leben zu coachen. »Ich weiß ja noch gar nicht, wie das genau geht!« sind meist erste Bedenken. Ja, das stimmt, und doch (oder vielleicht gerade deswegen?) ist der Lern- und Erfahrungsgewinn bei solch starkem Praxisbezug besonders groß: Jede/r Teilnehmende erlebt die Situation, selbst Coach zu sein – und die Situation, als Coachee auf der anderen Seite zu sitzen. Jeder erfährt, wie es ist, der/dem Coach etwas aus dem eigenen Leben zu zeigen und zu erleben, dass das Gegenüber darin etwas sieht, was man selbst nicht sehen kann. Jeder erlebt, welchen Zugewinn es für die persönliche Sichtweise bedeutet, wenn sich ein Gegenüber mit seiner Wahrnehmung zur Verfügung stellt. Das gesamte Feedback aus diesen Coachingsequenzen setzt sich für den Einzelnen letztlich aus sehr verschiedenen Perspektiven zusammen: aus der eigenen Wahrnehmung, aus den Rückmeldungen des Gegenübers, der beobachtenden Gruppe und der Lehrcoaches.

Neue Weiterbildung »Coaching mit System und Spiritualität 2019–2021«

Die nächste Weiterbildung beginnt im November 2019 mit folgenden Terminen: 13.–15.11.2019, 11.–13.03.2020, 13.–15.05.2020, 30.09.–02.10.2020, 14.–16.12.2020, 03.–05.03.2021, 28.–30.06.2021, 08.–10.09.2021

Flyer mit ausführlichen Informationen: Coaching mit System und Spiritualität