Fünf Arbeitsplätze in vier Stunden – Luis zeigt, wie’s geht!

Donnerstagmorgen, 8 Uhr, im Verwaltungsflur ist zu hören: »Darf ich unseren neuen Praktikanten vorstellen?« … und um die Ecke kommt Luis, 11 Jahre, Schüler aus Klasse 5 des Gymnasiums Oesede. Was verschlägt einen elfjährigen Jungen frühmorgens und mitten in der Woche nach Haus Ohrbeck? Ein Blick in den Kalender löst das Rätsel: 25. April – der »Zukunftstag für Mädchen und Jungen«! Hervorgegangen aus dem ursprünglichen Girl’s Day, der speziell Mädchen für technische und naturwissenschaftliche Berufe motivieren sollte, lädt dieser jährliche Aktionstag inzwischen auch Jungen ein, einfach mal in verschiedene Berufe hinein zu schnuppern. Von 8 bis 12 Uhr hat Luis Zeit – und wer denkt, dass man in nur vier Stunden doch unmöglich mitkriegen kann, was in Haus Ohrbeck an einem ganz normalen Vormittag so alles passiert, der kennt Luis nicht…

Der Tag fängt für Luis sofort ganz praktisch in der Küche an – Schürze umbinden, Hände waschen und los geht’s: Erik Weinert, Koch in Haus Ohrbeck, kann nämlich Unterstützung bei den Vorbereitungen für ein feines Grillbuffet am Mittag brauchen. Was ist zu tun? Konzentriert hört Luis zu: Fischfilets, die mit passierten Tomaten und Gemüse belegt sind, müssen in Bananenblättern zu Grillpäckchen zusammengeschnürt werden. »… Bananenblätter?« – ein fragender Blick aus großen Augen. Ja genau: Warum denn eigentlich Bananenblätter? »Die nehmen wir anstatt Alufolie«, erfährt Luis von Erik, »das sieht viel schöner aus und ist besser für die Umwelt.« Dann aber an die Arbeit: Mit viel Geschick packt Luis die Bananenblätter an allen vier Ecken, hält sie oben zusammen und verschnürt sie gut mit Doppelknoten – das hält!  

Nach einer Stunde geht’s weiter: Zusammen mit Anke Tüpker und Nicole Welling-Hülsmann, die für die Seminarorganisation im Haus zuständig sind, ist Luis kreuz und quer im Haus unterwegs. Ein Seminarraum muss für eine Gruppe vorbereitet werden – und die hat ganz genaue Vorstellungen, wie viele Tische und Stühle sie braucht und wie die stehen sollen.

Nachdem das erledigt ist, sieht man Luis gegen zehn Uhr wieder durch den Verwaltungsflur laufen. »Und? Wie war’s mit Anke und Nicole?«… keine Zeit! Die Antwort muss warten, denn Luis ist zielstrebig auf dem Weg zur Rezeption, um herauszufinden, was dort passiert: Gäste reisen an, fragen nach dem Weg zu ihrem Seminarraum und möchten zum Beispiel wissen, wo genau mittags gegrillt wird, wo es einen Kaffee gibt, wo...
An der Rezeption macht Luis auch die Bekanntschaft von Christoph Niemann, Bundesfreiwilligendienstler – und schnuppert gleich in den nächsten Arbeitsbereich hinein: Wie Christoph den Pfarrbrief der Kirchengemeinde St. Antonius druckt und Dokumente laminiert, das will er sich ansehen.  

Luis’ letzte Station ist um kurz vor zwölf das Büro der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Luis sucht aus, welches der Fotos ihm am besten gefällt und sagt, ob er mit dem einverstanden ist, was Kerstin Beimdiek über seinen Besuch geschrieben hat. Anschließend ist er dabei, wie Bild und Text auf die website von Haus Ohrbeck hochgeladen werden – und das tun Luis und ich jetzt!