Erstes Familien-Liturgie-Abenteuer-Wochenende

Was macht man bloß, wenn man gerne Familiengottesdienste gestaltet, unbedingt zu einer Liturgie-Fortbildung möchte, gleichzeitig aber seine Familie nicht alleine lassen kann – oder auch gar nicht alleine lassen will? Ganz einfach: Man packt fünf Sachen mehr ein und bringt einfach alle mit – Kinder, Ehefrau, Ehemann. »Schön wär’s!« denken Sie vielleicht. »Schön war’s!« rufen die Eltern und Kinder, die sich gespannt, neugierig und offen aufs erste Familien-Liturgie-Abenteuerwochenende vom 18. bis 20. Juli 2014 in Haus Ohrbeck eingelassen haben und randvoll mit neuen Erfahrungen und Erlebnissen nach Hause gefahren sind.

Die Idee des Familien-Liturgie-Abenteuer-Wochenendes
Ein Wochenende lang müssen die Familien sich mal um nichts kümmern – die Tische sind gedeckt, das Essen ist gekocht, der Abwasch wird gemacht – und haben den Kopf frei für Fragen, die im Familienalltag zwischen Beruf, Kita, Schule und all den anderen Unausweichlichkeiten sonst immer zu kurz kommen. Zum Beispiel? Zum Beispiel für die Frage, wie sie als Familie den Glauben lebendig, mit Spaß und im besten Sinne »ganz alltäglich« leben können. Oder für die Frage, wie man das Evangelium so »übersetzen« kann, dass es hier, jetzt und heute für Kinder und Erwachsene persönlich bedeutsam ist und so zum Kern der eigenen Glaubensbeziehung werden kann.  

Schätze wurden gehoben
Nach einem Kennenlernabend am Lagerfeuer hatten die Familienmitglieder am Samstag unterschiedliche Pläne: »Der Schatz im Acker« aus dem Matthäus-Evangelium stand für acht Mütter im Mittelpunkt der Liturgie-Fortbildung mit Br. Thomas Abrell ofm, und für den Rest der Familien, 16 Kinder und ihre Väter, gab’s zusammen mit Carsten Vossel Action und Abenteuer in den Hügeln und Schluchten des Bobergs – bei hochsommerlichen Temperaturen eine bisweilen schweißtreibende Angelegenheit, aber einen Zauberer befreit man schließlich auch nicht alle Tage! Und während es für Väter und Kinder tief im Wald bei Teufels Waschbecken obendrein noch einen Schatz zu entdecken gab, haben die Mütter im Seminar Schätze ganz anderer Art gehoben:  

Den Mut, das eigene Verständnis eines biblischen Textes wichtig zu finden und wichtig zu nehmen. Ohne Scheu einen Text aus dem Evangelium ganz handfest mit dem aktuellen persönlichen (Familien)Leben zu verknüpfen. Das Zutrauen, dass die eigenen Worte die richtige Formulierung schon finden werden und eigentlich immer die beste Beschreibung des eigenen Glaubens sind. Die Überraschung, wie kreativ die eigenen Ideen zur Gestaltung der Liturgie sein können, wenn man ihnen traut und ihnen Achtung schenkt.  

Gemeinsam gestalteter Werkstattgottesdienst
Die Impulse und Ideen, die die Mütter gemeinsam zu den Matthäus-Versen erarbeitet hatten, waren schließlich das Herzstück des gemeinsam gestalteten Werkstattgottesdienstes am Sonntag, in den wohl alle Erlebnisse und Erfahrungen des Wochenendes eingeflossen sind. Die Intensität und Kraft, die eine so entstandene, für Eltern und Kinder persönlich bedeutsame Liturgie in einen Gottesdienst bringt, hat alle beeindruckt – und Mütter und Väter angespornt, den Schwung und die Dynamik dieses Wochenendes auch in ihrem Alltag »am Laufen« zu halten: in ihren Familien und in den Gottesdiensten ihrer Gemeinden. Was Große wie Kleine zusätzlich von diesem Wochenende mitnehmen, ist die Erfahrung, dass einfach alles zusammen Raum hat: Ausgelassenheit, Toben, Radau und stille Momente, Spaß, Spielen, Zusammensein und Gottesdienst feiern – und was, wenn nicht das, ist lebendiger Glaube, ganz alltäglich gelebt?  

Nächstes Familien-Liturgie-Abenteuer-Wochenende 2015
Das Abenteuer »Familien-Liturgie« geht übrigens weiter... Die Fortsetzung findet im Sommer 2015 vom 17.–19.07.2015 statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich: Telefon 05401/336-0, info@haus-ohrbeck.de.