Drei neue Gesichter im Speisesaal: Corinna Fangmeier, Aline Danho und Julia Büchler

Unterschiedlicher können die Wege in den Speisesaal von Haus Ohrbeck wohl kaum sein: Das Berufsleben von Corinna Fangmeier beginnt als Groß- und Außenhandelskauffrau, Aline Danho hat in ihrer syrischen Heimat Jura studiert und Julia Büchler arbeitet als Rechtsanwaltsfachangestellte. Sie sind »drei neue Gesichter«, ja, aber natürlich sind sie viel mehr, denn hinter jedem dieser Gesichter steckt eine ganz eigene Lebensgeschichte:

Corinna Fangmeier war bis zur Geburt ihrer drei Kinder als Groß- und Außenhandelskauffrau tätig und hat »eigentlich schon immer!« nebenbei als Servicekraft in Restaurants gearbeitet. Als Mitarbeiter für den Gastronomiebereich im Fußballstadion des VfL Osnabrück gesucht werden, schaut sie, wie sie sagt, »einfach mal vorbei« – und wird eingestellt. Dass sie zwischen Currywurst und Cola schnell einen Draht zu den verschiedensten Menschen bekommt, fällt auf: Schon nach kurzer Zeit erhält sie das Angebot, das Catering in einem der VIP-Bereiche des Stadions eigenverantwortlich zu leiten. Zwei Mal im Monat sorgt sie seitdem bei allen Spielen des VfL dafür, dass ihre VIPs sich wohlfühlen. Als sich der Wiedereinstieg in ihren ursprünglichen Beruf nach der Elternzeit nicht realisieren lässt, hört Corinna sich wieder um… und erfährt, dass Haus Ohrbeck Servicekräfte sucht... kommt einfach mal vorbei... und wird eingestellt.

Aline Danho hat nach ihrem Abitur mit Bestnoten in Mathematik und Physik einen Wunsch: Sie möchte Luft- und Raumfahrttechnik studieren. Als klar wird, dass dieses Ziel für sie als Frau in Syrien nicht erreichbar ist, beginnt sie ein Jurastudium. Während eines studienbegleitenden Englischkurses, für den sie einen weiten Weg ins Spracheninstitut zurücklegt, fällt ihr auf, dass dort auch Deutschkurse angeboten werden. »... und da habe ich gedacht: Wenn ich den weiten Weg schon mache, dann kann ich gleich noch ein bisschen Deutsch lernen.« – und so lernt Aline ihre ersten deutschen Wörter kennen. Als ihr Leben in Syrien aus persönlichen und politischen Gründen extrem schwierig und eingeschränkt wird, trifft sie die Entscheidung, ihre Heimat zu verlassen. Seit April 2016 lebt Aline in Holzhausen, besucht den Intensivkurs »Deutsch als Fremdsprache« (DaF) und bereitet sich mit Elan und Fleiß auf ihre Abschlussprüfung vor, die Voraussetzung für ein Studium in Deutschland ist. Wie es danach weitergeht? Aline hat ihr Ziel fest im Blick: Mit ihrem ausgezeichneten Abitur und ihrem DaF-Zertifikat wird sie sich für ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik bewerben.

Die Heimat verlassen – das kennt auch Julia Büchler, die als Elfjährige mit ihrer Familie aus Kasachstan nach Deutschland gekommen ist. Ihr Berufsleben spielt sich zwischen Schriftsätzen, Fristen und Aktendeckeln ab: Sie arbeitet halbtags als Rechtsanwaltsfachangestellte, geht nach der Geburt ihrer zwei Kinder in Elternzeit, kann bei ihrem Arbeitgeber aber immer wieder einsteigen und ist dort auch heute an ihrem alten Arbeitsplatz tätig. Erfahrungen als Servicekraft hat Julia über Jahre bei größeren Gesellschaften wie Hochzeiten und Geburtstagsfeiern gesammelt. Ein gut gefüllter Speisesaal in Haus Ohrbeck ist also nichts, was sie schreckt – im Gegenteil: Der direkte Kontakt mit Gästen liegt ihr sehr.