Da sein – Hinhören – Mitgehen: Elf Trauerbegleiter beenden ihre Ausbildung

Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen muss das Leben für die Angehörigen weitergehen. Oft sind es Trauerbegleiter, die an diesem kritischen Punkt helfen, denn sie tun genau, was das Wort sagt: Sie begleiten einen Menschen in seiner Trauer. Nicht über die Trauer hinweg gehen, nicht darüber hinweg helfen, sondern gemeinsam hindurch gehen – darum geht es bei der Arbeit eines Trauerbegleiters. Die Qualität eines Trauerbegleiters ist, dass er sich eine Zeit lang in den Dienst eines trauernden Menschen stellt und persönlich ansprechbar ist, ohne den nötigen inneren Abstand zu verlieren.

Dieser anspruchsvollen Aufgabe stellen sich nun die elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die am 16. Februar 2016 ihre Ausbildung zur Trauerbegleiterin / zum Trauerbegleiter in Haus Ohrbeck erfolgreich beendet haben. Wir gratulieren:  

Wolfgang Siegmund, Irina Porzler, Silke Hülsmann, Luise Rüter, Elisabeth Beerling-Albert, Birgit Lemper, Ulla Frantzen, Sr. Maria Peregrina, Thomas Achenbach, Regina Wahl, Petra Temmen

Kurzer Einblick in die Ausbildung
Über ein Jahr lang haben sich die elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer in insgesamt 254 Ausbildungsstunden für die Arbeit qualifiziert, trauernde Menschen in den unterschiedlichsten Situationen einzeln oder in Trauergruppen zu begleiten. Ihre Ausbildung in Haus Ohrbeck hat dafür ein sicheres Fundament gelegt:

Der persönliche Kontakt zum trauernden Menschen ist in der Trauerbegleitung der Schlüssel für einen gelingenden Begleitungsprozess. Viel Raum erhält in der Ausbildung daher die zentrale Frage: Wie gestalte ich als Trauerbegleiterin, als Trauerbegleiter diese wichtige Beziehungsebene? Da steht das Gespräch natürlich an erster Stelle. Die Ausbildung vermittelt wichtige Kenntnisse der Gesprächsführung und bietet den Teilnehmenden in praktischen Gesprächsübungen die Möglichkeit, sich selbst auszuprobieren und zu reflektieren. Die Teilnehmenden lernen, wie sie auch nonverbale Kommunikation unterstützend einsetzen können, denn nicht immer müssen es Worte sein – manchmal sind es auch Gesten, Symbole, Zeichnungen und Bilder, Texte oder Musik, die helfen. Um ein sicheres Gespür dafür zu bekommen, welches Angebot für einen trauernden Menschen wann hilfreich ist, machen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Ausbildung eigene Erfahrungen mit den kreativen Methoden, die später zu ihrem Handwerkszeug als Trauerbegleiterin oder Trauerbegleiter gehören.  

Darüber hinaus vermittelt die Ausbildung fundiertes Wissen zu Trauertheorien und -modellen unter Berücksichtigung neuester Trauerforschung, schlüsselt die psychologischen Dimensionen der unterschiedlichsten Traueranlässe auf, erläutert biblisch-theologische und gesellschaftlich-kulturelle Kontexte von Trauer und reflektiert nicht zuletzt die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden mit Tod und Trauer.  

Bundesverband Trauerbegleitung e.V.
Der Bundesverband Trauerbegleitung e.V. erkennt unsere Ausbildung zur Trauerbegleitung als »Große Basisqualifizierung (grBQ)« an. Die siebenteilige Ausbildung, die damit den Qualitätsstandards für Erwachsenentrauerbegleitung des Bundesverbands entspricht, erstreckt sich über ein Jahr und schließt nach 254 Unterrichtsstunden mit einer schriftlichen Abschlussarbeit und einem Kolloquium ab.

Neue Ausbildung zur Trauerbegleiterin / zum Trauerbegleiter 2016–2017
Im September 2016 beginnt eine neue Ausbildung mit folgenden Terminen:
26.–30.09.2016, 21.–24.11.2016, 16.–18.12.2016, 23.–26.01.2017, 20.–23.03.2017, 29.05.–01.06.2017, 04.–06.09.2017