Arbeiten von Hanne Seifert: »Die Freiheit zu malen, was mir gefällt.«

»Die Freiheit zu malen, was mir gefällt, macht für mich die Zukunft immer wieder spannend.« liest man im Kurzporträt von Hanne Seifert – und versteht beim Blick in den Ausstellungsflur von Haus Ohrbeck sofort, was sie meint: Hier nimmt sich eine Künstlerin die Freiheit, sich nicht festzulegen, weder auf Motive noch auf einen bestimmten Stil. Und so zeigen die beiden Flurseiten zwei der zahlreichen Seiten von Hanne Seiferts künstlerischem Schaffen:

Lichtimpressionen
In Arbeiten, die stilistisch von impressionistischer Malweise inspiriert sind, spielt Hanne Seifert mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen von Licht und lotet sie zu allen Seiten aus: Die Wellen eines Flusses lösen die Spiegelung einer großstädtischen Skyline in einen bunten Teppich aus Farbe und Lichtpunkten auf, während die Lichtreflexe von Laternen auf regennasser Straße oder Parkwegen eine nächtliche Szenerie zum Funkeln bringen. Andere Arbeiten fangen das flirrend-leichte Licht eines Sommertages am Brandenburger Tor ein oder lassen eine kleine Baumgruppe im Sonnenlicht ihre ganze Farbkraft entfalten. Mit klaren, satten Farben und bewusst gesetzten Komplementärkontrasten erzeugt Hanne Seifert in diesen Bildern eine dichte, farbintensive Atmosphäre. 

Die Geometrie der Jahreszeiten
Diesen Arbeiten steht die geometrische Serie »Wechselspiel« gegenüber, die Landschaften durch die Jahreszeiten hindurch verfolgt und bereits durch die Farbgebung charakteristische Züge herausarbeitet: Dominieren in den Frühlingsmotiven kräftige blaue und sattgrüne Töne, so eröffnen die Herbstmotive mit warmen Orange- und Rottönen unwillkürlich Assoziationen zu goldgelb wogenden Kornfeldern, Erntezeit und dem sprichwörtlichen Goldenen Herbst. Das Inventar der Landschaften ist stark reduziert: Häuser, Bäume, ein paar Wege und Hügel, und auch diese Motive selbst sind auf ihre elementaren, oftmals streng geometrisch angelegten Grundformen reduziert. Hanne Seifert geht es hier nicht um eine bestimmte Landschaft oder um eine naturalistische Darstellung, sondern darum, die wechselnde Grundstimmung der Jahreszeiten wiederzugeben.

Spontan und experimentierfreudig
Hanne Seifert arbeitet autodidaktisch und ist nach inzwischen jahrelanger Erfahrung und Praxis dazu übergegangen, neue Techniken einfach auszuprobieren und dabei herauszufinden, wie der Umgang mit Farben und Auftragswerkzeugen wie beispielsweise Pinsel und Spachtel funktioniert. Vom Bild selbst hat sie immer eine grobe Vorstellung, aber eben gerade nur so viel, dass auch spontane Einfälle noch die Hand führen können und das Bild Gelegenheit hat, sich während des Entstehens zu entwickeln. Und so wird manchmal ein Fluss am Ende doch ein Stückchen kürzer, ein Haus größer oder eine Landschaft hügeliger als ursprünglich geplant.

Die Künstlerin
Hanne Seifert, 1957 geboren, war als Geschäftsführerin eines Modehauses in Nordhorn tätig, bevor sie im Jahr 2000 nach Georgsmarienhütte zog. Seit 2003 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und stellt ihre Arbeiten regional und überregional u.a. in Galerien und öffentlichen Räumen aus.
Kontakt zu Hanne Seifert: Telefon 05401/45190, E-Mail: hanneseifert@remove-this.freenet.de

Haus Ohrbeck zeigt die Arbeiten von Hanne Seifert bis zum 2. Juli 2015 zu den täglichen Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 9 bis 12 Uhr.