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Aktuelles

Das neue Programm Winter 2010/2011 ist erschienen!

Das neue Programm mit allen Seminaren von Oktober 2010 bis Ende März 2011 trifft in diesen Tagen landauf, landab in den Briefkästen von rund 8.000 Empfängerinnen und Empfängern. Schreiben Sie uns, wenn auch Sie unser Programmheft regelmäßig erhalten möchten oder es einmalig zugesandt bekommen möchten: info@haus-ohrbeck.de.

Natürlich können Sie unser neues Winterprogramm ab sofort auch wieder online einsehen und sich wie gewohnt per Mausklick für Kurse anmelden.

Wir freuen uns, wenn Sie Seminare und Themen finden, die Sie interessieren und wünschen viel Spaß beim Lesen und Stöbern – egal, ob auf Papier oder auf unserer website!

Erstes Provinzkapitel der Deutschen Franziskanerprovinz in Haus Ohrbeck

Franziskanerstraße, Wallfahrtsweg, Franziskanerplatz, Klosterstraße, Mönchstraße, Franziskusweg, Kreuzweg, Vierzehnheiligen – wenn Straßennamen wie diese gehäuft in einer einzigen Teilnehmerliste auftauchen, ist sofort klar: Die Franziskaner tagen in Haus Ohrbeck! Nach der Vereinigung der vier deutschen Provinzen Bavaria, Colonia, Saxonia und Thuringia am 1. Juli zur Deutschen Franziskanerprovinz zur Heiligen Elisabeth fand vom 4. bis 9. Juli das erste Kapitel der neuen Provinz in Haus Ohrbeck statt. Das Kapitel ist die richtungsweisende und gesetzgebende Versammlung einer Ordensprovinz. Eine Woche lang haben sich die 52 aus ganz Deutschland angereisten Brüder in Arbeitsgruppen intensiv ausgetauscht und ausgelotet, wie die Richtung für das Leben der Franziskaner in Deutschland aussehen soll. Im Verlaufe des Provinzkapitels haben sie den notwendigen gesetzlichen Rahmen für dieses Leben und das gewünschte Profil für den Einsatz der 365 Brüder in den 45 Häusern der neuen Provinz besprochen.

Eindrücke vom Provinzkapitel zeigt die Galerie.

»Ein Stück Himmel im Alltag« – Besinnungstag mit Pierre Stutz

Pierre Stutz und P. Franz Richardt ofm, Geistlicher Direktor von Haus Ohrbeck, im Gespräch

Pierre Stutz und P. Franz Richardt ofm, Geistlicher Direktor von Haus Ohrbeck, im Gespräch

Pierre Stutz, Theologe, spiritueller Begleiter und Autor einer Vielzahl erfolgreicher Bücher zu einer Spiritualität im Alltag, leitete am 19. Juni den Besinnungstag »Ein Stück Himmel im Alltag«. Im Mittelpunkt dieses Tages stand die mystische Spiritualität am Beispiel von Madeleine Delbrêl (1904 – 1964):
»Welche Freude, zu wissen, dass wir unsere Augen zu Deinem Angesicht erheben können, ganz allein, während die Suppe langsam aufkocht, während wir die Treppe hinaufsteigen, während wir im Garten für den Salat Petersilie holen.«

Diese Worte der Mystikerin Madeleine Delbrêl zeigen, dass jeder Ort auf der Welt zum heiligen Ort werden kann, wenn wir uns unserer Lebensaufgabe bewusst werden, alltäglich Erde und Himmel zu verbinden. Ihre Mystik/Spiritualität ist lebensnah und politisch zugleich, ihre Lebenshaltung heißt:
»Wer Gott umarmt, findet in seinen Armen die Welt.«

Pierre Stutz hat an diesem Besinnungstag den 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Impulse für eine Spiritualität im Alltag eröffnet. Persönliche Stillezeit, Austausch in Kleingruppen, gemeinsamer meditativer Tanz, Übungen zur »Unterbrechung«, waren Elemente dieses Besinnungstages. Eine Ermutigung, uns nicht leben zu lassen durch die vielen Sachzwänge, sondern uns mitten im Familien- und Berufsalltag Atempausen für die Seele zu gönnen.

»Christus will überall dort zu Hause sein, wo wir bei uns selber verweilen.
Er will wir selber sein, wo immer wir selber sind.«

Madeleine Delbrêl

Impressionen vom Besinnungstag zeigt die Galerie.

Seminare für Menschen mit Behinderung

Guter Stimmung und gut bei Stimme waren die 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Musiktage für Menschen mit und ohne Behinderung

Guter Stimmung und gut bei Stimme waren die 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Musiktage für Menschen mit und ohne Behinderung


Fester Bestandteil des Bildungsangebots von Haus Ohrbeck sind Seminare für Menschen mit Behinderung, die in Kooperation mit der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück mehrfach jährlich stattfinden, zum Beispiel zu Ostern, in der Adventszeit – oder eben im Sommer:

Gott sagt: »Ich bin für euch da!« – Die Bibel erleben, 3. Juni
Um die Bibel auf besondere Weise zu erleben, kamen zwanzig Menschen mit Behinderung nach Haus Ohrbeck. Das Leben Jesu wurde in Stationen aufgeteilt: Betlehem – Hirtenfeld – Nazareth – See Genesaret – die Wüste Judäas– Jerusalem. Mit Phantasie und einfachsten Mitteln wurden diese Stationen lebendig gemacht: Eine Krippe in der Aula symbolisierte Betlehem, der Garten hinter dem Kloster das Hirtenfeld, ein Holzstapel am Randes des Gartens von Haus Ohrbeck wurde in Erinnerung an den Zimmermannsberuf Jesu zu Nazareth und eine Folie, die wellenartig bewegt wurde und in der Sonne glitzerte, ließ den See Genesaret lebendig werden. An jeder Station hörten die zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer die entsprechende Bibelstelle und brachten das Geschehen zum Beispiel durch Tanzen, Malen, Gehen oder Singen zum Ausdruck.

»Ich singe meinem Gott mit ganzem Herzen« – Musiktage, 9. bis 11. Juni
Fröhliches Durcheinander und gute Stimmung herrschten am Freitagmorgen in Rezeption und Foyer: Die 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jährlich stattfindenden Musiktage trafen ein, gemeinsam mit ihren Betreuerinnen und Betreuern von der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück. Mit im Gepäck: Keyboard, Gitarre, Bongos, Schlagwerke und Flöte – eben alles, was die Mitglieder der Instrumentalgruppe und der Chor zum gemeinsamen Musizieren brauchten. Zwei Tage lang zeigten die Sängerinnen und Sänger des Chores, dass sie nicht nur bei guter Stimmung, sondern auch gut bei Stimme waren: Ihr Gesang, Klatschen und Lachen klangen aus der Aula heraus durchs ganze Haus. Die diesjährigen Musiktage nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übrigens auch, um sich auf einen öffentlichen Auftritt in einer Meller Kirche vorzubereiten, der direkt im Anschluss am Sonntagmorgen stattfand.

Bilder aus beiden Seminaren zeigt die Galerie.

»Bitte bringen Sie Kombizange, alte Unterhemden und Mehrfachsteckdose mit!«

Biblische Figuren, die Teilnehmerinnen unter Anleitung von Monika Spieker, Kursleiterin für Biblische Figuren, im Werkkurs vom 28. bis 29. Mai 2010 hergestellt haben.

Biblische Figuren, die Teilnehmerinnen unter Anleitung von Monika Spieker, Kursleiterin für Biblische Figuren, im Werkkurs vom 28. bis 29. Mai 2010 hergestellt haben.

Wie Biblische Figuren Gestalt annehmen

»Bitte bringen Sie zum Seminar Kombizange, alte Unterhemden, Mehrfachsteckdose und Stecknadeln mit Kopf mit!« Wer diese ungewöhnliche Aufforderung erhält, hat sich zu einem der regelmäßig stattfindenden Werkkurse zur Herstellung biblischer Figuren angemeldet. Jeweils von Freitagmittag bis Samstagabend verwandelt sich der Werkraum von Haus Ohrbeck dann in ein buntes Durcheinander aus Stoffresten, Knöpfchen, Nähzeug, Watte, Styropor, Scheren, verschiedenen Klebern, Lederresten – und mitten drin Kursteilnehmerinnen, die mit großem Geschick und viel Liebe zum Detail in nur eineinhalb Tagen eine komplette Biblische Figur herstellen.

Biblische Figuren – das sind circa 30 oder 50 Zentimeter große Figuren, die biblische Gestalten darstellen und es ermöglichen, biblische Geschichten sichtbar und (be)greifbar in Szene zu setzen. Auf diese Weise eröffnen die Figuren einen ungewöhnlichen und lebendigen Zugang zu biblischen Inhalten: Handlungen, Beziehungskonstellationen, Konflikte lassen sich anschaulich darstellen, die Identifikation mit den Gestalten aus der Bibel und ihren Aussagen wird so erfahrbar. Biblische Figuren eignen sich für alle, die mit Kindern an biblischen Texten und Inhalten arbeiten – zum Beispiel in Religionsunterricht oder Erstkommunionkatechese – und können auch eingesetzt werden in der therapeutischen Arbeit mit Erwachsenen, wo mit Hilfe der Figuren Gefühle und Emotionen visualisiert und bearbeitet werden können.

Das »Skelett« jeder Biblischen Figur besteht aus einem Sisaldrahtgestell, wodurch Arme und Beine beweglich bleiben und die Figur die unterschiedlichsten Haltungen und Gebärden ausdrücken kann. Rumpf, Arme und Beine formen die Teilnehmerinnen, indem sie dieses Drahtgestell mit altem Unterhemdstoff umwickeln. Ein Hartschaumkern und Modelliermasse ergeben den Kopf, der mit einem weichen Leder überzogen wird. Ihre Standfestigkeit in allen Positionen erhält die Figur durch Bleifüße. Diese Grundfigur stellen die Teilnehmerinnen am ersten Nachmittag fertig, bevor sie am nächsten Tag ihrer Figur eine ganz individuelle Gestalt verleihen.

Bei der Gestaltung der Kleidung der Figuren sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: Die Gewänder können nach Schnittmustern gearbeitet werden, aber natürlich sind auch eigene Entwürfe möglich und erwünscht. Auch der Einfallsreichtum der Teilnehmerinnen kennt hier keine Grenzen: Mit ein paar Handgriffen wird zum Beispiel aus einem Ärmel ein langes Kleid, dessen Kragen aus dem Bündchen besteht, das Kleid selbst aus dem Ärmel.
Anders als die Gewänder werden die Gesichter der Figuren absichtlich nicht detailliert ausgearbeitet, um die Figur nicht auf eine biblische Gestalt festzulegen und die Identifikationsmöglichkeit des Betrachters nicht einzuschränken. Außerdem lassen sich die Figuren so im Handumdrehen in eine andere Gestalt verwandeln: Ein Wechsel der Kleidung genügt, manche Figuren besitzen sogar einen austauschbaren Kopf.
Wie eine Biblische Figur entsteht, zeigen einige Bilder aus dem zweitägigen Werkkurs vom 28. bis 29. Mai in der Galerie.

Haus Ohrbeck bietet regelmäßig und mehrmals im Jahr ein- und zweitägige Werkkurse zur Herstellung Biblischer Figuren und zugehöriger Tiere (z.B. Kamel, Esel, Taube) an:
11. – 12. Februar 2011: »Biblische Figuren gestalten und mit ihnen erzählen«
Zweitägiger Werkkurs zur Herstellung Biblischer Figuren, Flyer zum Download Biblische Figuren 2011
11. – 12. Februar 2011: »Tierfiguren gestalten und mit ihnen erzählen«
Zweitägiger Werkkurs zur Herstellung von Tieren zu den Biblischen Figuren,
Flyer zum Download Tierfiguren 2011

Der nächste Kurs zur Herstellung von Figuren der so genannten Fünfziger Serie (Figuren mit 50 Zentimeter Größe) findet 2012 statt.

»Du trägst deinen Kompass in dir!«

Heilende Seelsorge – Ein Weiterbildungsangebot für Menschen, die haupt- oder nebenamtlich beratend tätig sind

Fester Bestandteil des Seminarangebots von Haus Ohrbeck sind der Grund- und der Aufbaukurs »Heilende Seelsorge«, den Haus Ohrbeck in Kooperation mit der Bildungsstätte St. Bonifatius in Elkeringhausen durchführt. Diese Weiterbildung, die mit der anerkannten Qualifikation »Gestaltberater/Gestaltberaterin in Integrativer Pastoralarbeit« endet, ist in erster Linie für Menschen bestimmt, die haupt- oder nebenamtlich beratend tätig sind oder werden wollen. Angesprochen sind Seelsorgerinnen, Seelsorger und Personen in pädagogischen, sozialen und pflegerischen Berufen. Der Kurs arbeitet auf der Grundlage der Integrativen Gestalttherapie FPI und richtet den Blick zunächst auf die eigenen Potenziale und Defizite. Die Selbsterfahrung in der Gruppe erfolgt immer im großen Kontext der beruflichen Arbeit mit dem Ziel, zunächst heilsamen Umgang mit sich selbst erfahren zu haben.

Bärbel Lödige, die sowohl Grund- als auch Aufbaukurs absolviert hat, schildert ihre Erfahrungen:

Nach längerer Tätigkeit als Gemeindereferentin wünschte ich mir vor einigen Jahren vor allem eine Herausforderung für mich persönlich. So nahm ich an der »Schnupperwoche« zum dreijährigen Grundkurs »Heilende Seelsorge« teil und machte in diesen Tagen Erfahrungen, die mich neugierig machten auf das, was im Verlauf des Grundkurses noch kommen würde ¬– vor allem auf die Begegnung mit mir selbst. Es war, als hätte sich eine Quelle neu aufgetan. Ich spürte einen faszinierenden Reichtum in mir, eine sprudelnde Kraft zu leben mit staunender Lust auf mehr. Schnell war mir klar, dass sich diese Erfahrungen auch auf mein berufliches Handeln auswirken würden. Ich erlebte:

– eine erste Erfahrung der eigenen Lebendigkeit im Tanz, im Singen und im Malen des ersten Bildes, das aus der linken Hand wie von selbst entstand;
– die Erfahrung, im Gestalten etwas von mir Gestalt werden zu lassen, um »es« dann anschauen, erschließen, verstehen, weiterentwickeln zu können;
– der Kontakt mit meinen Ressourcen, den gespeicherten guten Orten, Atmosphären und der Möglichkeit, hinspürend dort eintauchen zu können und eine »Lebens-Filmsequenz« sozusagen neu drehen zu können;
– die Ahnung, wie durch emotionales korrigierendes Nachreifen Entwicklung, Heilwerden, Neuwerden möglich ist;
– eine starke Erfahrung des (Kennen-)Lernens in der Gruppe, des Lernens an den anderen und dem Wahrnehmen meines Berührtseins, Betroffenseins, manchmal Ungeduldigseins, der Resonanz in mir;
– die Schärfung meiner Wahrnehmung für das, was sich ausdrückt in Mimik, Gestik, Körperhaltung, Atmen, Seufzen, Weinen, Lächeln usw., in Gesagtem und Ungesagtem, und für die Nahtstellen in der Begleitung, an denen sich Veränderung, Entwicklung anbahnt.
– die Klarheit, dass jeder Mensch seine Lebensgeschichte hat und Gründe, die ihn so haben werden lassen, wie ich ihn jetzt erlebe, und vor allem die Achtung davor, und gleichzeitig die Ahnung, dass wir als Reisende durch unsere Lebenszeit keinen diagnostischen Zuschreibungen unterliegen, sondern Wandlungsfähigkeit in uns selbst haben;
– die Konfrontation mit meinen Blockaden und Ängsten und die Erfahrung, sie überwinden zu können genauso wie die Erfahrung und Bewusstwerdung meiner Stärken;
– die Zusage: Alles darf sein! Hab Mut, es anzuschauen. Sei neugierig auf dich selbst. Du trägst deinen Kompass in dir und du wirst deinen Weg gehen.

Im Verlauf des Grundkurses habe ich entdeckt, wie wichtig es ist, in meinem seelsorglichen Beruf mich selbst zu kennen, zu wissen, wer ich bin, woraus ich lebe, wo ich stehe, was mich hat werden lassen, welche Mechanismen ich mir aber auch angeeignet habe, die heute vielleicht nicht mehr nötig sind und von denen ich mich befreien (lassen) kann. Ein solches Selbst-Bewusstsein verhilft mir dazu, in der Begegnung, Begleitung, Beratung gut beim anderen bleiben zu können.

Einige Jahre später konnte ich im Aufbaukurs »Heilende Seelsorge« leicht an die Erfahrungen von damals anknüpfen – dieses Mal allerdings noch mehr als im Grundkurs in der verschärften Wahrnehmung der Begleiterinnenrolle, in der ich mich in meinem Beruf häufig wiederfinde. Der gute Blick charakterisiert die »Haltung«, die den Begegnungen mit Menschen zugrunde liegt: eine wertschätzende, zugewandte, einfühlende, gleichzeitig freilassende Haltung in guter Ausgewogenheit zwischen Nähe und Distanz, in der der andere sein darf, wie er ist. Vom Evangelium her verstehe ich, dass es genau die Weise ist, wie Menschen miteinander umgehen sollen – nicht nur beruflich.


Ein neuer siebenteiliger Grundkurs Heilende Seelsorge 2010 – 2013 beginnt mit einem Schnupperkurs vom 22. bis 26. Oktober 2010. Nähere Informationen finden Sie im Flyer, den Sie hier als pdf Heilende Seelsorge herunterladen können.

Vier, die es gebacken kriegen!

 »Erbackten« 740 Euro für die neue Kapelle von Haus Ohrbeck: Lena Toeffling, Christine Brunwinkel, Christina Kückenbusch, Josefine Möllmann (v.l.n.r.)

»Erbackten« 740 Euro für die neue Kapelle von Haus Ohrbeck: Lena Toeffling, Christine Brunwinkel, Christina Kückenbusch, Josefine Möllmann (v.l.n.r.)

Auszubildende von Haus Ohrbeck unterstützen Umbau der Kapelle

Besonders beliebt bei allen Gästen von Haus Ohrbeck sind die fortlaufend frisch gebackenen Kekse, die in den Seminarpausen für die Teilnehmer bereit stehen. »Kann man die auch kaufen oder kann ich das Rezept haben?« wird immer wieder gefragt. Gemeinsam mit ihrer Ausbilderin Daniela Hinzke brachte diese Vorliebe Lena Toeffling, Josefine Möllmann, Christine Brunwinkel und Christina Kückenbusch, allesamt Auszubildende im Bereich Hauswirtschaft, in der vergangenen Weihnachtszeit auf eine ebenso leckere wie nützliche Idee: Könnten sie nicht selbst gebackene Keksmischungen herstellen und sie den Gästen zum Kauf anbieten – als Mitbringsel für zuhause, für die Rückreise, zum Verschenken?

Gesagt, getan: Schon wenige Tage später standen die ersten Kekstütchen an der Rezeption. »Mit dem Kauf dieser Kekse unterstützen Sie den Umbau der neuen Kapelle!« war da zu lesen – und die Gäste griffen bei diesem leckeren Angebot begeistert zu: Die Kekse waren kaum gebacken und abgepackt, da waren sie auch schon in Reisegepäck und Jackentaschen verstaut. Angesichts dieser unerwartet großen Nachfrage mussten die Auszubildenden mehrfach nachbacken: Gleich blechweise zogen sie Margaretenplätzchen, Nussecken, englisches Teegebäck und Kokosberge aus dem Ofen. Tausende Kekse haben die vier zwischen November und Weihnachten in ihrer Freizeit in der Küche von Haus Ohrbeck gebacken.

Als im Januar Kassensturz gemacht wurde, war auch das Ergebnis wahrhaft »lecker«: Rund 740 Euro waren durch den Verkauf der Kekse zusammengekommen. 740 Euro – das sind 240 Tüten mit insgesamt 60 Kilogramm Keksen! Die gesamte Einnahme haben die vier Auszubildenden am Tag der Offenen Kapelle dem Haus als Unterstützung für den Umbau der neuen Kapelle übergeben. Haus Ohrbeck bedankt sich herzlich für dieses tolle Engagement!

Wir hatten keine ruhige Minute – Herzlichen Dank!

Rund 400 Besucherinnen und Besucher kamen zum »Tag der offenen Tür« am 2. Mai

»Zwischen zwanzig und zweihundert«, lautete die Antwort auf die häufig gestellte Frage, wie viele Gäste Haus Ohrbeck denn wohl eigentlich zum Tag der offenen Tür am 2. Mai erwartet. Dass es letztendlich rund 400 Besucherinnen und Besucher jeden Alters sein würden, die am Sonntagnachmittag herein strömten, um die neue Kreuz-Kapelle kennen zu lernen – damit hatte niemand gerechnet! Über dieses große und rege Interesse haben wir uns sehr gefreut!

Schon um kurz nach drei Uhr, nur knapp zehn Minuten nachdem die Türen geöffnet waren, waren bereits so viele Gäste eingetroffen, dass alle Plätze in der ersten Einführungsveranstaltung vergeben waren. Im Halbstundentakt informierten im Wechsel Wilfried Prior und Br. Thomas Abrell die Gäste über die Geschichte der Kreuz-Kapelle, ihren Wandel über fast ein ganzes Jahrhundert und über Umbau und Neugestaltung. Nach der Einführung hatten die Besucher die Möglichkeit, in der Kapelle an einer kurzen Meditation mit P. Franz Richardt teilzunehmen.
Viele Besucher ließen in den Pausen zwischen den Meditationen die neue Kapelle einfach auf sich wirken, gingen umher oder setzten sich einen Moment auf die an den Wänden entlang laufenden Sitzbänke. Große Anziehung übten die aus dem rötlichen Holz des Mammutbaums gefertigten Prinzipalstücke Altar, Ambo und Tabernakelstele aus. »Darf man die auch anfassen?«, wurde gefragt – fast immer gefolgt von Erstaunen: »Das Holz fühlt sich ja ganz weich und samtig an!« »Als würde man über einen Pfirsich streichen!« Erstaunen gab es auch darüber, dass sich die großen Fensterscheiben tatsächlich mit nur einem Finger mühelos zur Seite und in jede gewünschte Position rollen lassen.

»Wie viele Besucher werden denn erwartet?« – diese Frage hatte insbesondere Margret Markham, Lydia Nordmann und Chantal Hohenstein, die Leiterinnen von Küche, Service und Hauswirtschaft, interessiert, denn für ihre Vorbereitungen mussten sie zumindest grob einschätzen können, mit wie vielen Gästen wohl zu rechnen sein würde: Wie viel Kuchen und Gebäck sollten vorbereitet werden, wie viel Kaffee und Tee bereit gehalten werden? Würde der Speisesaal ausreichen oder sollte das Refektorium mit eingeplant werden? Wie viele Brezeln, Brot und mundgerechte Häppchen der franziskanischen Wurst- und Käsespezialitäten würden am späteren Nachmittag gebraucht werden? Schnell war klar: Einfach alles wurde gebraucht! Fast alle Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, bei Kaffee und Kuchen eine ausgiebige Pause zu machen. Die franziskanischen Spezialitäten – Käse, Wurst, Wein aus dem Klostergarten des Franziskanerklosters Engelberg und Kreuzberg-Bier aus der franziskanischen Brauerei in der Rhön – hatten ihre Liebhaber im Nu gefunden. Nur eine Handvoll Weinflaschen hatte P. Heinz-Jürgen Reker, der den Verkauf übernahm, am Ende des Tages mit zufriedener Miene in den Kühlraum zurückzubringen. Am späteren Nachmittag ab fünf Uhr zog es die Gäste in den Kaminraum und die Bibliothek, wo frisch gezapftes Kreuzberg-Bier, Wein, Brezeln, Käse- und Wursthäppchen warteten.

Dass wir bis zum Ende des Tages gegen halb acht Uhr abends erfreulicherweise tatsächlich keine einzige ruhige Minute hatten, zeigen die Bilder der Galerie – allen Besucherinnen und Besuchern danken wir herzlich für ihr Interesse!

Herzlich danken wir insbesondere auch allen, die eine »Stuhlpatenschaft« in Form einer Spende übernommen haben. Jeder Betrag hilft uns, die Stühle anzuschaffen, die aufgrund des großen Interesses an unserer Kapelle bei besonderen Anlässen zusätzlich zu den vorhandenen Sitzmöglichkeiten erforderlich sein werden.
Wer sich genauer über diese Möglichkeit der Unterstützung informieren oder eine Stuhlpatenschaft übernehmen möchte, findet weitere Informationen im pdf Paten für 40 Stühle gesucht oder im Anschluss an diesen Beitrag.

Paten für 40 Stühle gesucht!

Die Kreuz-Kapelle braucht zusätzliche Sitzmöglichkeiten

Seit Ende März ist die neue Kreuz-Kapelle von Haus Ohrbeck eingeweiht und wird von den Franziskanerbrüdern und den Gästen unseres Hauses bereits intensiv genutzt. Das Interesse an unserer Kapelle ist so groß, dass sich schon jetzt eines abzeichnet: Bei besonderen Anlässen werden wir neben den vorhandenen Sitzmöglichkeiten zusätzliche Stühle benötigen.

Beim Umbau und der Einrichtung der Kapelle haben wir großen Wert auf hochwertige, natürliche Materialien gelegt. Diesen hohen Qualitätsstandard möchten wir beibehalten und Vollholz-Stühle aus einem der Hölzer anfertigen lassen, die in der Kapelle verwendet werden. Dabei bitten wir Sie um Ihre Unterstützung:

Wir freuen uns, wenn Sie in Form einer Spende an den Freundeskreis Haus Ohrbeck e.V. die »Patenschaft« für einen der 40 Stühle übernehmen – jeder Betrag hilft uns! Als Dank für eine Spende erhalten Stuhlpaten ein kleines, aus Holz gearbeitetes »Tau«, das T-förmige franziskanische Kreuz, und bei einer Spende ab 50 Euro ein künstlerisch gestaltetes Stück aus dem rötlichen Holz des 250 Jahre alten Mammutbaumes, aus dessen Stamm auch Altar, Ambo und Tabernakelstele gefertigt wurden. Bei einer Spende ab 50 € von Privatpersonen und 200 € von Firmen und Institutionen werden die Namen der Spender zusätzlich – wenn gewünscht – auf einer Tafel genannt. Rückfragen beantwortet Ihnen gerne Maria Feimann, die Leiterin von Haus Ohrbeck: m.feimann@haus-ohrbeck.de oder Telefon 05401/336-47.

Weitere Informationen finden Sie im Flyer »Paten für 40 Stühle gesucht!«, den Sie hier als pdf Paten für 40 Stühle gesucht herunterladen können.

Spurensuche hinterlässt Spuren

Familienreise nach Israel und Palästina vom 27. März bis 3. April

Unter dem Titel »Spurensuche im Land der Bibel« hatte Haus Ohrbeck Kinder und Eltern eingeladen, kurz vor Ostern zu einer biblischen Entdeckungsreise aufzubrechen. Gemeinsam machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich am See Gennesaret, in der Wüste und in Jerusalem auf die spannende Spurensuche nach den Orten biblischer Geschichten und der Geschichte der Bibel vor Ort. Per Bus, Schiff und zu Fuß hat die Gruppe die unterschiedlichsten Facetten des Landes entdeckt: Den See Gennesaret haben Erwachsene und Kinder vom Schiff aus kennen gelernt, am Berg Arbel wurde gewandert, die Kreuzfahrerburg Belvoir besichtigt und ein Abstecher zum Toten Meer gemacht. Die achttägige Reise führte unter anderem in die Städte Jericho, Betlehem und natürlich nach Jerusalem. Beeindruckt, berührt und voller neuer, auch widersprüchlicher Eindrücke kehrten Eltern und Kinder Anfang April zurück – diese Spurensuche hat bei allen Spuren hinterlassen, wie auch die kleine Sammlung von Reiseeindrücken eines der Teilnehmer zeigt:

Nur eine Woche waren wir unterwegs, in der Karwoche vom 27. März bis zum 3. April, und doch haben wir zu erzählen, als wären wir sehr viel länger auf Reisen gewesen. Es gibt zu berichten vom grünen Galiläa, von Kolibris und Klippdachsen, von Springböcken und Wadis, von Wüsten und dem Toten Meer.
Das jüdische Pesachfest, das orthodoxe und das lateinische Osterfest fielen in diesem Jahr zusammen in die Karwoche, und so war Jerusalem voller Pilger aus der ganzen Welt. Dabei ist diese Stadt auch sonst schon ein Ort voller Gegensätze und Widersprüche, wo man mit dem Wechsel der Straßenseite eine andere Kultur betritt.
Die »heiligen« Orte in diesem Heiligen Land haben uns sehr beeindruckt, die vielfältigen Formen der Frömmigkeit, der Glaubenstiefe und auch des Fanatismus und des Geschäftssinns und der Lebenslust. Aber noch mehr hat uns die Natur und haben uns die abgelegenen Orte dieses Landes in den Bann gezogen, wo die Schriftstellen – gelesen von unseren Kindern – plötzlich so anders klangen, so nah und so real.
Erschreckend war die allgegenwärtige Präsenz der Zeichen des Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern: die Mauern und Grenzen, die Sicherheitskontrollen und die vielen Waffen. Und beeindruckend war wiederum das Bemühen einiger Palästinenser und Israelis, trotzdem Zeichen der Menschlichkeit oder Versöhnung zu setzen. »We refuse to be enemies«, steht am Eingang des palästinensischen »tent of nations« nahe Betlehem.
In einem Satz kann man unsere Reise nicht zusammenfassen, außer in einem: »Wir möchten gerne wiederkommen.«


Bilder von der Reise zeigt die Galerie.

Franziskaner im Fluss der Zeit

Letzte Provinzversammlung der Saxonia vor der Vereinigung der vier deutschen Franziskanerprovinzen

Auf eigenen Wunsch vereinigen sich am 1. Juli 2010 die vier bisher eigenständigen deutschen Franziskanerprovinzen Bavaria, Colonia, Saxonia und Thuringia zu einer einzigen Provinz, der Deutschen Franziskanerprovinz zur heiligen Elisabeth mit Sitz in München. Transitus und Transformation, Übergang und Wandlung – unter diesen Leitbegriffen stand die letzte Versammlung der Saxonia als eigenständige Provinz, zu der sich 70 Franziskaner vom 6. bis 9. April in Haus Ohrbeck trafen. In diesen vier Tagen ging es für die Brüder natürlich auch um den nun unmittelbar anstehenden Wandel durch die Vereinigung in einem knappen Vierteljahr. Mindestens eben so wichtig war jedoch der Blick zurück, denn erweitert man den Horizont um die zurückliegende 780-jährige Geschichte der sächsischen Franziskanerprovinz, so zeigt sich, dass der Orden schon seit den ersten Tagen seines Bestehens in fortwährendem Übergang und Wandel begriffen ist.

Für den bevorstehenden Vereinigungsprozess der vier Provinzen fand der Provinzial der Saxonia, P. Norbert Plogmann, ein eindrückliches Bild: In Brasilien fließen zwei Flüsse – der klare, bläulich-grüne Tapajós und der lehmig-ockerfarbene Amazonas – ineinander. Noch mehrere Kilometer nach ihrem Zusammenschluss fließen das klare und das ockerfarbene Wasser der ehemals selbständigen Flüsse im selben Flussbett, ohne sich zu vermischen. Erst im Laufe des gemeinsam zurückgelegten Weges sorgen kleine Verwirbelungen unter der Wasseroberfläche dafür, dass sich das Wasser allmählich vermischt, bis es schließlich mit neuer gemeinsamer Färbung weiterfließt. Ein Prozess also, der Gemeinsames nicht erzwingen will und es auch gar nicht kann, sondern sich ohne Hast in den Lauf der Zeit gibt, damit sich auf natürliche Weise eine neue gemeinsame Farbe, eine neue gemeinsame Identität, entwickeln kann.

Um mit dem Bewusstsein für die eigene Geschichte in die Vereinigung zu gehen, haben die 70 Franziskaner während dieser letzten Provinzversammlung der Saxonia ihren »Fluss« noch einmal durch seine wechselvolle 780-jährige Geschichte verfolgt: Angefangen von der kleinen, zunächst unscheinbaren Quelle im italienischen Assisi, die schnell zu einem mitreißenden Fluss anschwoll, durch die vielen Windungen, Strömungen und Strudel der vergangenen acht Jahrhunderte hindurch bis heute, wo ihr Fluss nun erneut eine andere Gestalt annehmen wird. Deutlich wurde dabei, dass die franziskanische Geschichte und das Leben der Brüder schon seit der Gründung der Saxonia im Jahr 1230 von Veränderung geprägt waren. Zu allen Zeiten hat es nach ruhigen Phasen plötzliche und unerwartete Biegungen, oftmals sogar radikale Einschnitte in den Lauf des Flusses gegeben: Massenhafte Schließungen von Klöstern während der Reformationszeit und insbesondere später im preußischen Kulturkampf in der 1870er Jahren ließen das franziskanische Leben und Wirken zeitweise fast zum Erliegen kommen. Völlig ins Ungewisse gingen die Franziskaner, die in fremde Kontinente aufbrachen, um in die Missionsarbeit zu gehen – und dafür bezahlten sie anfangs nicht selten mit ihrem Leben. In der Zeit des Nationalsozialismus schließlich stand existenziell in Frage, wie und ob Brüder und Orden überhaupt überleben würden.
Mit der jetzt bevorstehenden Vereinigung der vier Provinzen macht dieser Fluss eine neue Biegung – äußerlich weniger drastisch zwar als manch vorhergehende, aber nicht weniger bedeutsam, und auch dieses Mal weiß noch niemand genau, was hinter der Biegung kommen wird. Mit spontanem Kopfschütteln antworteten sowohl jüngere Brüder als auch Brüder, die seit Jahrzehnten der Saxonia angehören, auf die Frage, ob sie das Ende der Saxonia traurig stimme: Im Vordergrund steht ein Gespanntsein auf die kommenden, zweifellos sehr lebendigen Flusskilometer, denn wenn die kleine Reise durch die Zeit allen eines deutlich ins Bewusstsein gerufen hat, dann dies: Verändert hat sich der Strom der franziskanischen Geschichte schon immer – versiegt ist er nie.

Die Idee einer Vereinigung, die 2006 von den rund 400 Brüdern nahezu einstimmig beschlossen wurde, hat sich im Laufe der bereits seit 2002 bestehenden Kooperation der vier Provinzen langsam entwickelt. Die Vereinigung wird viele personelle Veränderungen mit sich bringen und den Brüdern neue, unkomplizierte Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnen – zur Zeit jedoch ist sie vor allem noch ein bürokratischer und juristischer Kraftakt: Unter anderem müssen rund 32.000 Schriftstücke durch das Erlöschen der vier Provinzen unter dem neuen Provinznamen neu aufgesetzt werden.

Auch auf dem Kreuzberg in der Rhön, in Vossenack am Rande der Eifel und in Hofheim im Taunus fanden zeitgleich in der Woche nach Ostern letzte Versammlungen der drei anderen Provinzen Bavaria, Colonia und Thuringia statt. Als Brüder einer einzigen großen Provinz werden 40 Delegierte aus den ehemals vier Provinzen vom 5. bis 8. Juli nach Haus Ohrbeck zurückkommen, um hier das 1. Provinzkapitel der neuen Deutschen Franziskanerprovinz zur Heiligen Elisabeth abzuhalten.

Eindrücke von der Provinzversammlung geben die Bilder der Galerie.

Die Kreuz-Kapelle von Haus Ohrbeck ist eingeweiht

Die Gäste, die am 28. März zur Einweihung der neuen Kapelle nach Haus Ohrbeck kamen, mussten ihren Weg nicht lange suchen – die Einsingübungen des Kleinen Chors St. Johannes aus Rulle, die durchs Treppenhaus herab klangen, waren ein unfehlbarer Wegweiser. In familiärem Rahmen und entspannter, bisweilen heiterer Atmosphäre erlebten die 40 geladenen Gäste gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Haus Ohrbeck die Einweihung der neuen Kapelle durch Weihbischof Theodor Kettmann aus Osnabrück. Mit einer feierlichen Messe wurden der Altar geweiht, Ambo und Tabernakel gesegnet und ihrem Dienst übergeben. Ein besonderer Anlass also, denn kaum einer der anwesenden Gäste dürfte schon eine Altarweihe erlebt haben, und – so war zu hören – auch für einen Bischof ist eine Altarweihe heutzutage nicht alltäglich.

Die Weiheliturgie begann mit der Segnung des neuen Ambos, von dem aus Franziska Birke-Bugiel und Br. Thomas Abrell, beide Referenten in Haus Ohrbeck, die ersten Lesungen aus der Heiligen Schrift vortrugen. Ebenfalls vom neu eingeweihten Ambo verkündete P. Provinzial Norbert Plogmann das Evangelium. Auf eine Besonderheit der neuen Kapelle – die aus Mammutbaumholz gefertigten Prinzipalstücke – nahm anschließend Weihbischof Kettmann Bezug. Der Baum als Sinnbild des Lebens und zentrales Motiv der Bibel stand im Mittelpunkt seiner Predigt: »Seit frühesten Zeiten ist der Baum ein besonders aussagekräftiges Symbol für uns Menschen, für unser Leben: Verwurzelt sein, geduldiges Wachsen, Früchte bringen, Verarbeiten der Narben, Wind und Wetter standhalten, Jahresring um Jahresring in Stetigkeit und ohne jede Überstürzung wachsen – und wieder vergehen.« In einem kurzen Bogen zeichnete Weihbischof Kettmann die Bedeutung des Baumes in der Heiligen Schrift nach: der Baum der Erkenntnis im Garten des Paradieses – die Lebensbäume am kristallklaren Wasser am Ende der Offenbarung des Johannes – schließlich der Baum des Kreuzes Jesu. »Immer wieder wird uns der Baum des Kreuzes vor Augen gestellt: mit seinem Schrecken und mit seiner erlösenden Kraft. […] Dieser Altar aus Mammutbaum ist also eine stille, intensive Predigt über den Grund und die Mitte unseres Feierns: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.«

Nachdem die Heiligen in der Allerheiligenlitanei um ihre Fürbitte angerufen worden waren, wurde die Reliquie – ein Stückchen Stoff vom Gewand des Heiligen Franziskus – mit samt der Urkunde über die Vornahme der Weihehandlung in eine Vertiefung im Holzboden vor dem Altar eingelassen. Im weiteren Verlauf des Weihegottesdienstes besprengte Weihbischof Kettmann den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit Chrisam, einem geweihten Salböl. Durch die Salbung mit diesem Öl wird der Altar zum Symbol Christi. Anschließend entzündete er in einer Schale über fünf Dochtkreuzen den Weihrauch und sprach das Weihegebet. Die erste gemeinsame Eucharistie, die der Weihbischof mit der versammelten Gemeinde feierte, vollendete die Altarweihe. Nachdem der Tisch des Wortes, der Ambo, und der Tisch des Brotes, der Altar, ihren Bestimmungen übergeben waren, segnete Weihbischof Kettmann den Tabernakel und entzündete das Ewige Licht.

Bei der Zeremonie und der Eucharistiefeier konzelebrierten P. Provinzial Norbert Plogmann, Hannover und der Geistliche Direktor von Haus Ohrbeck, P. Franz Richardt, der zugleich als Kommentator den Anwesenden kurze Erläuterungen zu den einzelnen Schritten der Altarweihe gab. Seine Fähigkeiten als Zeremonienmeister bewies P. Heinz-Jürgen Reker gerade dadurch, dass seine Arbeit unbemerkt blieb: Nur mit Blicken und kleinen Fingerbewegungen lenkte er sicher den gesamten Ablauf der Liturgie. Carsten Vossel, Referent in Haus Ohrbeck, und Br. Nikolaus Voss assistierten dem Weihbischof als Ministranten.

Beim anschließenden Empfang mit Buffet nutzten viele Gäste die Möglichkeit, mit den Architekten und Künstlern ins Gespräch zu kommen: Der leitende Architekt, Ulrich Recker aus Westerstede, und die ausführenden Architekten, Ulrich Saremba und Thomas Göckel vom Stephanswerk Osnabrück, waren ebenso unter den Gästen wie die Künstler Klaus Simon und Jochem Poensgen, die durch ihre Gestaltung der Prinzipalstücke und der neuen Fenster die Gestalt der neuen Kapelle maßgeblich mit bestimmt haben.

Zwei Galerien zeigen Bilder von der Weihezeremonie Galerie und vom anschließenden Empfang
Galerie.

Ein Raum in neuem Licht

Die neue Kapelle erhält ihre Fenstergestaltung

Ein kleiner Anhänger bereitete seinem Lieferwagen aus unersichtlichen Gründen einige Schwierigkeiten: Nur mit Mühe und qualmender Kupplung gelang es dem Wagen, den Anhänger rückwärts die moderate Steigung hinauf zur Eingangstür von Haus Ohrbeck zu schieben. Als die Planen abgedeckt waren, war sofort buchstäblich »glasklar«, was diese Kraftanstrengung verursacht hatte: Eng aneinandergestellt, in Folie verpackt und festgezurrt standen dort neun Glasscheiben mit einem Gesamtgewicht von rund 1,1 Tonnen. »Die Fensterscheiben sind da«, hieß es lapidar, doch »Fensterscheiben« mag man kaum nennen, was seit dem Nachmittag des 5. März das Licht und die Atmosphäre der Kapelle von Grund auf verwandelt hat – es sind filigrane Kunstwerke aus Glas, Farbe und Licht, die im Raum zu schweben scheinen.

Jochem Poensgen, der diese Gläser gestaltet hat, bezeichnet seine Arbeiten selbst als »architekturbezogene Glasgestaltung«. Immer wieder seit 2008 hat er die Kapelle in ihren unterschiedlichen Umbaustadien aufgesucht, um mit dem Raum und seiner Atmosphäre, den Lichtverhältnissen und seiner Umgebung vertraut zu werden. »Ich habe immer drei Auftraggeber«, sagt Jochem Poensgen: »den Raum, den Auftraggeber und die Nutzer.« Seine Gestaltung für die Gläser der Kapelle von Haus Ohrbeck ist folglich ausschließlich bezogen auf diesen Raum mit seinen Besonderheiten und Erfordernissen entstanden. »Das Endziel sind nicht die Fenster selbst«, erläutert Jochem Poensgen weiter sein Verständnis seiner Arbeit, »sondern ihre Wirkung im Zusammenspiel mit dem gesamten Raum.« Wer die Kapelle betritt, versteht sofort, was er meint: Jedes einzelne Glas für sich betrachtet ist ein Kunstwerk. Ihre vollständige und eigens diesem Raum gut tuende Wirkung entfalten die Gläser jedoch erst im Zusammenspiel mit dem Licht und ihrer Umgebung – etwa dem hellen Lehmputz der Wände und den unterschiedlichen Farbtönen der verschiedenen Hölzer von Fußboden und Prinzipalstücken. Mit ihren klaren Strukturen, ihrer filigranen Gestaltung und gold-gelb-orangen Farbgebung verleihen Jochem Poensgens Gläser der Kapelle eine ruhige und zugleich kraftvolle, warme Ausstrahlung. Sie prägen und gestalten den Raum deutlich, ohne ihn jedoch zu dominieren, und fügen sich stimmig in ihre Umgebung ein. Seine Gestaltung stellt Jochem Poensgen damit im besten Wortsinn »in den Dienst« des Raumes.

Gläser für drei unterschiedlich große und hohe Fensterpartien nach Osten, Süden und Westen waren für die Kapelle von Haus Ohrbeck zu gestalten. Nachdem die nicht nur sehr schweren, sondern mit bis zu 2 x 3 Meter auch sehr großen Fenster mit Kraft und zugleich Fingerspitzengefühl über die Stufen und um die Ecken des Treppenhauses in die Kapelle gelangt waren, begannen die Glasbauer am Nachmittag des 4. März mit dem Einsetzen der ersten Gläser. Das Besondere: Die Gläser ersetzen nicht die bestehenden Fensterscheiben und wurden also nicht in die Fensterrahmen eingebaut, sondern in etwa 50 Zentimeter Abstand von den normalen Fensterscheiben in Metallschienen eingesetzt. Auf kleinen Rollen laufen die Gläser nahezu lautlos in diesen Schienen und können gegeneinander verschoben werden, so dass eine unerschöpfliche Vielfalt an Farb- und Mustereffekten und – je nach Lichteinfall, Tages- und Jahreszeit – unentwegt fließende, neue Lichtstimmungen entstehen. Mit nur einem Finger sind die Scheiben trotz ihres enormen Einzelgewichts von bis zu 180 Kilogramm zu bewegen und scheinen federleicht im Raum zu schweben.

Einige Bilder von der Ankunft der Gläser und Detailaufnahmen finden Sie in der Galerie.

Ein Altar reist an...

Blick in die Transportkiste des Altars durch zwei gegenüberliegende Luftlöcher in den Kistenwänden: Zu sehen sind die hölzernen Wandfächen und -strukturen, die der T-förmig entfernte Kern in der Mitte des Altars entstehen lässt.

Blick in die Transportkiste des Altars durch zwei gegenüberliegende Luftlöcher in den Kistenwänden: Zu sehen sind die hölzernen Wandfächen und -strukturen, die der T-förmig entfernte Kern in der Mitte des Altars entstehen lässt.

Altar, Ambo und Tabernakelstele erhalten ihren Platz in der neuen Kapelle

Zwei hölzerne Transportkisten, unter festen grauen Kunststoffplanen vor Wind und Wetter geschützt und mit tanggrünen Transportnetzen gesichert, trafen am 1. März auf dem offenen Lastwagen einer Zimmerei aus dem hessischen Rothenberg ein. Niemand hätte ahnen können, dass sich in diesen beiden unscheinbaren Holzkisten einzigartige Kunstwerke verbergen, die der Bildhauer Klaus Simon aus dem Stamm eines Mammutbaumes geschaffen hat: Die Prinzipalstücke der neuen Kapelle von Haus Ohrbeck – Altar, Ambo und Tabernakelstele, dazu zwei Kerzenleuchter und die Sedilien.

Der Einzug der Prinzipalstücke in die neue Kapelle war eine logistische Herausforderung: Bei einem Gewicht des Altars von 900 Kilogramm stand fest, dass er nur mit einem Kran in den Raum zu heben sein würde. Nachdem als erstes die kleinere Kiste mit Tabernakel, Ambo, Kerzenleuchtern und Sedilien sicher ins Gebäude hinein gehievt worden war, nahm der Kran um kurz vor zehn Uhr die Transportkiste mit dem Altar an den Haken – Spannung lag in der Luft, denn durch die nur knapp 1,15 Meter breite Fensteröffnung musste die 1 Meter breite, 1,20 Meter lange und 1 Meter hohe Transportkiste in den Raum manövriert werden – eine Millimeterarbeit, die vom Kranführer ein Höchstmaß an Fingerspitzengefühl und Präzison verlangte.

Als nach eineinhalb Stunden Tüftelei und konzentrierter Arbeit beide Holzkisten in der Kapelle standen und die Holzverschalungen entfernt wurden, kamen erstmals in ihrer neuen Umgebung die Prinzipalstücke zum Vorschein:

Altar, Ambo und Tabernakelstele ebenso wie Kerzenleuchter und Sedilien hat der Künstler in jeweils einem einzigen Stück aus dem Stamm eines Mammutbaumes von 2 Metern Durchmesser herausgearbeitet – alle Stücke sind aus massivem Holz. Aus dem Altarblock hat Klaus Simon in der Mitte einen Holzkern durchgehend so entfernt, dass in Anlehnung an das franziskanische Tau eine T-Form entstanden ist, die eine Blickachse längs durch den Altar schafft. Jahresringe, Maserung, Astgabeln, Risse erzählen die Geschichte dieses 250 Jahre alten Baumes und verleihen jedem Stück seinen unverwechselbaren Charakter. Auffällig und ausdrucksstark ist das ungewöhnliche rötliche Holz des Mammutbaumes. Die hell- und dunkelrote, dann wieder fast weißliche Färbung ist natürlich im Holz vorhanden.
Da der Mammutbaum erst vor kurzer Zeit aus Altersgründen im Darmstädter Schlosspark gefällt wurde, ist noch viel Feuchtigkeit im Holz – allein zum Gewicht des Altars von 900 Kilogramm tragen rund 400 Kilogramm Wasser im Holz bei. Im Laufe der nächsten vier Jahre wird die Feuchtigkeit verdunsten, so dass das Holz im Zuge dieses natürlichen Prozesses sein Aussehen und seinen Charakter kontinuierlich weiter verändern wird. Das jetzt hellrötliche Holz beispielsweise wird im Laufe der Zeit eine intensive, tief rote Färbung entwickeln.

Gemeinsam mit dem ausführenden Architekten Thomas Göckel, Stephanswerk Osnabrück, haben Klaus Simon und seine Mitarbeiter von der Zimmerei Sillak die Prinzipalstücke positioniert und ausgerichtet. Auch hier waren insbesondere bei Altar und Tabernakelstele zentimetergenaues Arbeiten und ein sicheres Raumgefühl erforderlich, denn die beiden Schwergewichte lassen sich nachträglich kaum verschieben.

Sehen Sie alles mit eigenen Augen in der Galerie! Die Bildstrecke beginnt am frühen Morgen in der noch leeren Kapelle kurz vor Beginn der Arbeiten...

Der Blick zurück und der Blick nach vorn

Das Seminar »Du, Herr, verlässt mich nicht« unterstützt Menschen in ihrer Trauerarbeit

Wer zum Seminar »Du, Herr, verlässt mich nicht« nach Haus Ohrbeck kommt, der hat durch den Tod eines nahestehenden Menschen einen schweren Verlust erlitten. Das kann erst vor Kurzem geschehen sein, aber auch schon Jahre zurück liegen – die Trauer erlebt und durchlebt jeder Mensch anders. Sie ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst und so individuell wie die Beziehung zu dem Menschen, den sie verloren haben. Sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich Ende Februar mit Unterstützung des Wochenendseminars »Du, Herr, verlässt mich nicht« auf den Weg gemacht, um im eigenen Trauerprozess ein Stück weiter zu kommen und sich dem Leben wieder einen Schritt nähern zu können.

»Den Menschen, die nach dem Tod eines geliebten Menschen in unser Trauerseminar kommen, möchten wir als erstes helfen zu verstehen, dass es keine ›richtige‹ und ›falsche‹ Trauer und auch keine zeitlichen Regeln für die Dauer der Trauer gibt«, erklärt Br. Thomas Abrell, der diese Seminare gemeinsam mit der Trauerbegleiterin Margarete Pols leitet. Und so lernen die Teilnehmenden zunächst, dass ihre Trauer eine natürliche und buchstäblich »not-wendige« Reaktion auf ihren schweren Verlust ist und dass Trauer trotz aller Individualität in ähnlichen Phasen verläuft. Durch Übungen mit Bildern, Musik und konkreten Gegenständen machen sich die Teilnehmenden intensiv mit den verschiedenen Phasen des Trauerprozesses vertraut. Sie erfahren dadurch, dass ihr Zustand der Trauer nicht endgültig ist, sondern dass sie sich in einem zwar sehr schmerzlichen, aber natürlichen Prozess befinden, in dessen Verlauf die Trauer sich wandelt. Wüste – Steppe – See sind einige der Bilder, die für diese Phasen und Stationen in der Trauerarbeit stehen. Mit Hilfe dieser Visualisierungen können die Teilnehmenden selbst herausfinden, an welcher Stelle dieses Trauerprozesses sie gerade stehen. Gemeinsam mit der Unterstützung der Gruppe oder auch alleine haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, an ihrer Trauer konkret weiter zu arbeiten.

Innerhalb dieser kleinen Schicksalsgemeinschaft entsteht schnell ein intensiver Kontakt und Zusammenhalt: Zum einen bilden die Teilnehmer am Anfang des Seminars für die Dauer des Kurses feste Zweiergruppen, in denen beide aufeinander achten. Diese Gewissheit, dass da jemand ist, der schaut, wie es mir geht, gibt Sicherheit und gegenseitiges Vertrauen. Zum anderen ist am Abend viel Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Dieser persönliche Austausch der Teilnehmer untereinander ist meistens mindestens so wichtig wie die gemeinsame Arbeit tagsüber im Seminar. Schon manche Kontakte, die hier geknüpft wurden, halten auch über das Wochenende hinaus.

Die Trauerseminare in Haus Ohrbeck begleiten die Teilnehmenden ein Wochenende lang ein Stück auf dem Weg durch ihren individuellen Trauerprozess. Zusätzlich bieten die beiden Seminarleiter allen Teilnehmenden die Möglichkeit zum Einzelgespräch. »Der Blick zurück und der Blick nach vorn – das ist uns in unserer Arbeit sehr wichtig«, sagt Bruder Thomas. »Wir begleiten die Menschen im Seminar beim bewussten Blick zurück in die Vergangenheit und bei der Beschäftigung mit ihrer Trauer, ermutigen sie aber im selben Maße, ihren Blick auf die Zukunft zu richten.« Und so möchte das Seminar den Blick der Teilnehmenden auch dafür öffnen, dass es selbst nach einem großen Verlust möglich ist, dem Leben wieder ins Gesicht zu schauen – und zwar nicht »obwohl«, sondern vielleicht sogar »gerade deswegen«.

Das nächste Seminar für Menschen, die vom Tod eines nahestehendenden Menschen betroffen sind, findet vom 1. bis 3. Oktober 2010 statt.

Mit Altira, Hiramons, Sapporud und Vidiak am »Berg des Schicksals«

Kinder und Väter erleben vom 26. bis 28. Februar ein magisches Abenteuer rund um den Hüggel

Mit warmer Kleidung, Thermoskanne, Rucksack und Kompass für eine spannende Expedition rund um den Hüggel bestens ausgerüstet trafen am 26. Februar 38 Entdeckerinnen und Entdecker zwischen 5 und 14 Jahren zusammen mit ihren Vätern in Haus Ohrbeck ein. Dass selbst Schnee und Minustemperaturen echte Entdecker von nichts abhalten können, bewiesen Kinder und Väter an diesem Wochenende… Gemeinsam haben sie ein altes Pergament des Mönchs Adeodatus entdeckt und sich auf die Spuren alter Legenden und Völker begeben. Die Wüste, das Meer und die Berge haben sie am Hüggel gefunden und – so ganz nebenbei – auch noch einen bösen Zauberer gemeinsam besiegt.

Wer neugierig geworden ist und mehr wissen möchte, kann hier als pdf Die Pergamente des Adeodatus herunterladen und Bilder vom Abenteuerwochenende in der Galerie ansehen.

Übrigens: Im nächsten Jahr gibt es eine Fortsetzung…

Erste Hilfe für die Seele

Die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Kursleiter P. Franz Richardt, Wilfried Prior, Ludger Pietruschka und Frank Jäger.

Die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Kursleiter P. Franz Richardt, Wilfried Prior, Ludger Pietruschka und Frank Jäger.

19 ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger beenden ihre Ausbildung

Seit dem 14. November 2009 hat das Bistum Osnabrück 19 neue ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger. Die Absolventen des Ausbildungskurses, die hauptamtlich in anderen Berufen tätig sind, haben sich in sechs über ein Jahr verteilten Kurseinheiten auf ihren anspruchsvollen Dienst vorbereitet.
Die neuen Notfallseelsorger werden Menschen in extremen seelischen Belastungssituationen begleiten. Das kann zum Beispiel nach einem Unfall oder nach dem Tod von Angehörigen der Fall sein. Sie werden aber auch Menschen begleiten, die beim Notfallgeschehen mehr „am Rande“ stehen, oftmals aber nicht weniger betroffen sind und für die z.B. nach einem Unfall keine Betreuung vorgesehen ist: unverletzte Mitfahrer, Zeugen oder auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungs- und Hilfsdiensten, Feuerwehr und Polizei.
Im November 2010 treffen sich alle 19 Teilnehmer wieder in Haus Ohrbeck, um gemeinsam ihre Erfahrungen auszutauschen und zu reflektieren, die sie im Laufe ihres dann einjährigen Einsatzes gesammelt haben. Bis dahin wünschen wir ihnen: Viel Mut und Stärke!

Wie werden die Notfallseelsorger in Haus Ohrbeck ausgebildet?
Notfallseelsorger wissen nie genau, was sie bei einem Einsatz erwartet. Die Situation, die Umstände, die Menschen – alles ist von Mal zu Mal anders. Ein Ziel ist es daher, Notfallseelsorger so auszubilden, dass sie bei ihrer Arbeit vor Ort auf unterschiedliche Methoden zugreifen können, um auf die Vielzahl möglicher Situationen angemessen reagieren zu können – denn nur dann können sie so helfen, dass die Hilfe auch wirkt. Ein zweites Ziel ist es, Notfallseelsorgern durch eine umfassende und möglichst konkrete Ausbildung Sicherheit über ihr eigenes Tun und über ihre Rolle zu vermitteln. Dazu wird das Thema unter verschiedensten Fragestellungen von allen Seiten bearbeitet: Was ist die persönliche Motivation, in der Notfallseelsorge tätig sein zu wollen? Was erleben Menschen in Notfällen? Für wen ist wann welche Hilfe „richtig“? Welche Rolle spielt jeder selbst als Notfallseelsorger im Notfallgeschehen? Wie sieht die rechtliche Lage aus? Im Laufe der Ausbildung reflektieren die Teilnehmenden immer wieder die Möglichkeiten und auch die Grenzen ihres Einsatzes. Sie lernen Methoden der Hilfe und Begleitung kennen, die sie in Rollenspielen miteinander einüben.

Neue Ausbildungkurse beginnen im Juni und September 2010
Ein neuer Ausbildungskurs zur Notfallseelsorgerin/zum Notfallseelsorger im Ehrenamt beginnt in Haus Ohrbeck am 17. September 2010. Den Kurs leiten P. Franz Richardt und Wilfried Prior (beide Haus Ohrbeck), Ludger Pietruschka, Diözesanbeauftragter für Notfallseelsorge im Bistum Osnabrück und Diakon Frank Jäger, Sprengelbeauftragter für Notfallseelsorge der evangelisch-lutherischen Landeskirche im Sprengel Osnabrück. Alle weiteren Informationen zum neuen Kurs finden Sie im pdf Notfallseelsorger.

Haus Ohrbeck bringt Praxis und Forschung an einen Tisch

Federführend im nifbe-Projekt: Franziska Birke-Bugiel und Wilfried Prior (Mitte und rechts) mit Projektassistentin Lena Menke (links)

Federführend im nifbe-Projekt: Franziska Birke-Bugiel und Wilfried Prior (Mitte und rechts) mit Projektassistentin Lena Menke (links)


nifbe-Projekt „selbst sicher lernen“ startet
In Kindertageseinrichtungen versuchen Erzieher, die Kinder an selbstständiges und selbstbestimmtes Lernen heranzuführen – aber wie sieht die geeignete Förderung eigentlich aus? In der Schule stellen Lehrer fest, dass manche Kinder einen besseren Zugang zum Lernen finden als andere – woran liegt das? Wissenschaftler erarbeiten Theorien und entwickeln Konzepte zu frühkindlichen Lernprozessen – aber sind sie in der Praxis wirklich tauglich? Diese drei Gruppen, die sich denselben Fragen von unterschiedlichen Seiten nähern, haben im Berufsalltag selten die Gelegenheit zu Austausch oder Zusammenarbeit. Genau das ändert das von Haus Ohrbeck ins Leben gerufene nifbe-Projekt „selbst sicher lernen“, das alle Beteiligten aus Praxis und Forschung an einen Tisch und ins Gespräch bringt: Erzieher und Lehrer begegnen Wissenschaftlern der Universität Osnabrück, die im Bereich der (früh)kindlichen Bildung forschen.

Wie Kinder in ihren ersten Lebensjahren das Lernen „lernen“, hat entscheidenden Einfluss auf ihre weiteren Bildungschancen – diese Annahme steht im Mittelpunkt des Projekts. Große Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die so genannte Selbstkompetenz: Sie umfasst die Fähigkeit eines Kindes, die eigenen Gefühle zu regulieren, sich beispielsweise für schwierige Aufgaben zu motivieren oder sich nach Misserfolgen und negativen Erlebnissen zu beruhigen, aber auch realistische Lernziele selbst zu formulieren und umzusetzen. Es ist klar, dass Lernen ohne Selbstkompetenz nicht funktioniert. Die Kernfrage für alle Beteiligten ist also, welche Voraussetzungen, Impulse und Freiräume Kinder gerade in ihren ersten Lebensjahren brauchen, damit sie ausreichend Selbstkompetenz und ein zunehmend selbstbestimmtes Lernverhalten entwickeln können, um im weiteren Leben Bildungsangebote und -chancen bestmöglich nutzen zu können?

Nach der Auftaktveranstaltung im September geht das Projekt nun in die erste Phase, in der alle Beteiligten zunächst eine Bestandsaufnahme machen: Was genau ist „Selbstkompetenz“, was macht sie aus? Hier sind Erfahrungen aus erster Hand gefragt, die nur Erzieher und Lehrer den Wissenschaftlern zugänglich machen können. Diese Erfahrungen werden systematisiert, wissenschaftlich ausgewertet und in Ergebnisse überführt, die Grundlage der weiteren, gemeinsamen Arbeit sind. Das Besondere an diesem Projekt ist der Transfer in beide Richtungen: Der wechselseitige Austausch zwischen praktischem Wissen und Forschungswissen macht die Praxis zielorientierter und reflektierter, die Theorie differenzierter und praxisorientierter. Die derzeit existierenden bildungspolitischen Empfehlungen und Orientierungspläne möchte das Projekt am Ende seiner zweijährigen Laufzeit um konkrete Handlungsvorschläge und Konzepte erweitern, die Erzieher und Lehrer in der Praxis unterstützen, vor allem aber Kindern bei der Entwicklung von Selbstkompetenz helfen. Die Ergebnisse dieses Projekts fließen auch in die Erwachsenenbildung ein: Als Bildungsstätte wird Haus Ohrbeck die neu entwickelten Konzepte in Aus- und Fortbildungskursen an Multiplikatoren weitergeben.

Das Projekt „selbst sicher lernen“, dessen pädagogische Konzeption und Leitung bei Haus Ohrbeck liegt, wird vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert. Kooperationspartner sind von der Universität Osnabrück das Institut für Erziehungswissenschaft/ Schulpädagogik, Prof. Dr. Claudia Solzbacher und das Institut für Psychologie/Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung, Prof. Dr. Julius Kuhl.

Haus Ohrbeck ist ausgezeichnet

"Committed to Excellence" bestätigt Qualität in allen Bereichen

Als bundesweit einzige Heimvolkshochschule hat Haus Ohrbeck im Februar 2009 das Qualitätssiegel »Committed to Excellence« (»der Exzellenz verpflichtet«) erhalten. Die Auszeichnung bestätigt, dass es Haus Ohrbeck in besonderem Maße gelungen ist, in seinen Arbeitsstrukturen selbstständig Verbesserungspotenziale zu erkennen und sie konkret umzusetzen. Dies ist eine gemeinsame Leistung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Haus Ohrbeck, die in Hauswirtschaft, Verwaltung, Referententeam und Leitung tätig sind.

Der Auszeichnung ging ein mehrjähriger Entwicklungsprozess voraus: Zu Beginn haben Gruppen aus allen Bereichen des Hauses die Arbeit einer konsequenten Selbstbewertung unterzogen und dabei Stärken und Schwächen klar benannt. Alle Mitarbeitenden waren bereit, ihre eigene Arbeit selbstkritisch zu reflektieren und ihren Arbeitsbereich auch für andere transparent zu machen. Ansatzpunkte für Verbesserungen wurden umso deutlicher, je mehr alle über »den eigenen Tellerrand« geschaut haben. Für fest umrissene Problembereiche haben Arbeitsgruppen schließlich Lösungen entwickelt und Verbesserungen in die Tat umgesetzt. Dieser Entwicklungsprozess hat im gesamten Haus eine Dynamik ausgelöst, von der insbesondere all jene profitieren, die Haus Ohrbeck für die eigene Bildung und Weiterbildung nutzen.

Die Auszeichnung »Committed to Excellence« ist Teil eines mehrstufigen Qualifizierungsprogramms, das auf dem Qualitätsmanagementmodell EFQM basiert. Haus Ohrbeck nimmt an diesem Programm auch weiterhin teil, denn als lehrende Organisation ist und bleibt Haus Ohrbeck auch immer selbst lernende Organisation.

Das EFQM-Modell

Die Auszeichnung »Committed to Excellence« wird von der European Foundation for Quality Management (Europäische Stiftung für Qualitätsmanagement) verliehen. Diese europaweit tätige Stiftung hat das EFQM-Modell etabliert, mit dessen Hilfe eine Organisation ihre internen und externen Arbeitsstrukturen selbstständig bewerten, verbessern und kontinuierlich weiter entwickeln kann.

Durch seine Anforderungen setzt sich das EFQM-Modell von den anderen derzeit angewandten Modellen im Qualitätsmanagement ab: Es ist das einzige Verfahren, bei dem die Wirkung von Veränderungs- und Steuerprozessen zu objektiv messbaren Ergebnissen führen muss, die von der Deutschen Gesellschaft für Qualität einer externen und unabhängigen Prüfung unterzogen werden. Das bedeutet: Eine Organisation, die die erste Stufe des Qualifizierungsprogramms erfolgreich mit der Auszeichnung »Committed to Excellence« abschließen möchte, muss in konkreten Zahlen und Fakten belegen, dass und in welchem Maße sie Verbesserungspotenziale tatsächlich umgesetzt hat. Zur »Excellence« gelangt nur eine Organisation, die alle Anforderungen des EFQM-Modells erfüllt:

– Klare Führung und Zielkonsequenz
– Management mittels Prozessen und Fakten
– Mitarbeiterentwicklung und -beteiligung
– Kontinuierliches Lernen, Innovation und Verbesserung
– Entwicklung von Partnerschaften
– Soziale Verantwortung
– Ergebnisorientierung
– Ausrichtung auf den Gast

Organisationen und Institutionen, die selbst mit dem EFQM-Modell arbeiten möchten, berät und begleitet Haus Ohrbeck gerne. Bitte wenden Sie sich an den Qualitätsbeauftragten Wilfried Prior: w.prior@haus-ohrbeck.de.